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Ist Beacon nur für den Handel interessant?

Kategorie: Trends am Horizont
iStock | © ThinkstockWenn Sie dieser Tage auf der CeBIT unterwegs waren, hatten Sie die Möglichkeit, Beacon selbst auszuprobieren. Die Deutsche Messe AG testete nämlich als eines der ersten Unternehmen in Europa die auf Bluetooth Low Energy basierende Beacon-Technologie von Apple unter realen Bedingungen. Allerdings nur in Halle 9 und Pavillon 11. Wenn Sie die aktuelle CeBIT-App auf ihrem Smartphone installiert und Ihre Bluetooth-Verbindung aktiviert hatten, wurden Ihnen an bestimmten Kontaktpunkten Job-Angebote auf Ihr Smartphone geschickt. In diesem Fall funktionierte das sowohl mit Apple iOS- als auch mit Android-Geräten.
Gut, vielleicht waren Sie gar nicht auf der Suche nach einem neuen Job und haben das Ganze deshalb nicht ausprobiert. Trotzdem könnte die Technologie interessant für Sie werden. Im Handel ist sie nämlich gerade der allerletzte Schrei und steht kurz vor der Einführung ins wahre Leben. Vorausgesetzt, dass sie sich dort erfolgreich etabliert, könnte sie am Ende aber für viel mehr CIOs relevant werden.
 
Der Handel verspricht sich von Beacon hauptsächlich eins: Seinem Kunden endlich so personalisiert Werbung anbieten zu können wie Amazon oder andere Internethändler. Was ihnen dazu bislang gefehlt hat, war die Identifizierung des Kunden im Laden, die Bestellhistorie  und ein Medium, über das er individuell angesprochen werden kann. Diese Probleme könnte Beacon lösen, nämlich so: Wenn Unternehmen die Hardware und die Systeme vor Ort installiert haben, benötigen sie noch eine App für ihre Kunden, damit sie ihnen Informationen schicken zu können. Dazu benötigen sie ihre Zustimmung und der Datenschutz muss natürlich auch gewährleistet sein. Anschließend wir es dann richtig interessant. Denn jetzt können Kunden, die einen Laden betreten, identifiziert werden und ihnen anhand ihrer Einkaufshistorie und Vorlieben Angebote gemacht werden.
 
In einem Computergeschäft wäre das zum Beispiel ein Sonderrabatt für den Umstieg auf das Nachfolgemodell des eigenen Laptops oder ein Preisnachlass für weiteres Zubehör. Denkbar ist außerdem, dass der Kunde gleich zum Regal mit den zu ihm passenden Accessoires geleitet oder ihm angezeigt wird, ob ein bestimmtes Zubehör überhaupt zu seinen anderen Geräten passt. Wahrscheinlich wird spätestens jetzt klar, dass Beacon in dieser Form wieder ziemlich viel mit Daten zu tun haben wird, möglicherweise irgendwann mal den Fachverkäufer ersetzen soll und am Ende wieder auf Big Data hinausläuft, wenn zusätzlich Informationen aus anderen Quellen als den unternehmenseigenen hinzugezogen werden.
 
Diese Idee weitergedacht, ist Beacon aber nicht nur für den Handel interessant. Unternehmen könnten es nutzen, um Informationen zu Objekten (zum Beispiel zur Bedienung von Maschinen, zum Trouble Shooting etc.) oder Orten anzuzeigen (Sicherheitshinweise, Informationen zur Kapazität von Lagerhäusern, Ausstattung von Konferenzräumen etc.). Museen könnten ihren Besuchern digitale Informationen auf das Handy spielen, Flughafenbetreiber den Weg zum Gate zeigen. Theoretisch lassen sich damit auch die Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle berechnen oder die Mitarbeiter auf dem Firmengelände orten, was bei schwachem Mobilfunksignal in Kellern oder Hochhäusern derzeit nicht möglich ist. Generell sind der Phantasie für den Einsatz von Beacon kaum Grenzen gesetzt. Für ihren Durchbruch muss vor allem der Datenschutz stimmen und die Anwendungsfälle müssen interessant genug sind. Was denken Sie darüber? Hat Beacon das Zeug dazu, sich zu einem Trend zu entwickeln?
 
 
Bildnachweis: iStock | © Thinkstock

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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