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Warum sich CIOs ihre Mitarbeiter demnächst auch außerhalb der IT suchen müssen

Kategorie: Trends am Horizont
iStock | © ThinkstockGemäß einer Studie von IDC und EMC verdoppelt sich das Datenvolumen weltweit alle zwei Jahre. Und es wird hauptsächlich die Aufgabe der IT sein, etwas aus den Daten zu machen. Sprich daraus Informationen zu gewinnen und sie in Wissen zu verwandeln. Dafür werden CIOs die ausgetretenen Pfade der Informatik aber verlassen müssen.
 
In Zusammenhang mit Big Data nennen Gartner und auch Experton fünf neue Qualifikationen:

Data Artists spielen als Schnittstelle zwischen Datenexperten und Anwendern eine besondere Rolle. Sie sollen die Daten aufbereiten und in eine gut lesbare und vor allen Dingen interpretierbare Form bringen. Dazu müssen sie nicht nur Informationen auswerten, sondern auch die richtigen Schlüsse ziehen. Die Daten müssen so visualisiert werden, dass sie eine Geschichte erzählen und als Basis für Entscheidungen genutzt werden können.
 
Solche Geschichten erzählen zum Beispiel Infografiken, die die Ergebnisse von Studien zusammenfassen oder komplexe Sachverhalte darstellen. Nach dem Motto „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ werden die Leser in die Lage versetzt, die Informationen schnell zu erfassen. Das gilt vor allem für diejenigen, deren Hauptwahrnehmungskanal das Sehen ist und das ist mit 40 Prozent der Menschheit eine große Gruppe. Aber auch alle anderen profitieren von der Visualisierung komplexer Inhalte.
 
Die erfordert aber sehr viel Sachverstand. Der Data Artist muss überlegen, welche Informationen essentiell und welche überflüssig sind. Er muss festlegen, in welcher Reihenfolge die Grafiken aufeinanderfolgen, damit ein logischer Informationsfluss entsteht. Dazu braucht er Fachwissen, muss mit Datenmodellen umgehen können und darüber hinaus noch ein gutes Verständnis für Visualisierungen mitbringen. Es entsteht ein ganz neuer Beruf an der Schnittstelle mehrerer Disziplinen.
 
Im Moment gibt es aber noch nicht viele Menschen, die mehrere Qualifikationen besitzen. Die erste Generation dieses neuen Berufsbildes wird sich wahrscheinlich aus Quereinsteigern rekrutieren, die entweder in der Informatik, Statistik oder Grafik zu Hause sind. Denkbar sind auch Teams, in denen Informatiker, Statistiker und Grafiker zusammenarbeiten. Bis die ersten Kandidaten im neuen Beruf ausgebildet sind, wird es aber noch eine ganze Weile dauern. Das heißt für CIOs, dass sie für Big Data-Projekte auch Spezialisten brauchen, die nicht in der IT zu Hause sind. Haben Sie sich und Ihr Team schon darauf eingestellt?



Bildnachweis: iStock | © Thinkstock

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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