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3D-Druck: Ein Thema für den CIO?

Kategorie: Trends am Horizont
iStock | © Thinkstock3D-Drucker erobern immer mehr Anwendungsgebiete: Neben dem Einsatz zur Herstellung von Prototypen, menschlichem Gewebe, Spielzeug und anderen Konsumgütern wurde vor kurzem auf der 3D-Druckmesse Fabcon 3.D Mitte Mai in Erfurt ein neues Material vorgestellt, das extrem abriebfest ist und mit dem sich sogar funktionstüchtige Gleitlager aufbauen lassen. Damit könnte der 3D-Druck den Schritt von der Produktion von Prototypen in die Produktfertigung schaffen und ein Ende der rasanten Weiterentwicklung scheint nicht in Sicht. Parallel dazu wird die Debatte um Urheberrechte und vor allem die Kontrolle ihrer Einhaltung lauter, denn was in der physischen Welt schon schwierig ist, wird in der digitalen scheinbar unmöglich.

Als abschreckende Beispiele dienen diverse Erfindungen der letzten Jahrzehnte, darunter der Fotokopierer, die Musik-Kassette, die CD und schließlich der Computer und das Internet, die  es ermöglichten, Inhalte zu kopieren, zu vervielfältigen und mit wenig Spezialwissen an andere weiterzugeben. Sofern das ganze im Internet geschah, wurde es in weiten Teilen transparent und führte zu einer Reihe von Prozessen gegen die Betreiber von Sharing-Diensten.

Die Musik-, Software- und Filmindustrie unternahmen in den letzten 10 Jahren mehr oder weniger erfolgreiche Versuche, das Raubkopieren zu unterbinden. Neben den oben angesprochenen Anstrengungen, die Kontrolle von Urheberrechtsverletzungen auf Infrastrukturanbieter zu verlagern, wurden neue Sicherungsmechanismen entwickelt, die in der Regel jedoch sehr schnell geknackt wurden. Mittlerweile sind viele Hersteller dazu übergegangen, ihre Preisstrukturen und Vermarktungsstrategien zu verändern, um sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

In der Musikindustrie gehörte dazu vor allem, nicht mehr nur komplette Alben, sondern auch einzelne Lieder zu vermarkten. Darüber hinaus verlagerte sich die Umsatzgenerierung weg vom eigentlichen Produkt hin zur Vermarktung von Werbung, Merchandise und Konzerten über den preiswerten oder kostenlosen Download der Musik.

Ein ähnliches Umsatzmodell ist für Produkthersteller allerdings kaum denkbar, denn sie verkaufen weder 3D-Drucker noch Verbrauchsmaterialen (zumindest noch nicht). Ihr Kapital sind die Konstruktionspläne und die Herstellung. Umsatzmodelle, die über den reinen Abverkauf hinaus gehen, sind derzeit kaum entwickelt. Und wenn sie ihre Produkte nicht nur physisch, sondern auch zum selbst ausdrucken anbieten, bekommen sie das gleiche Problem, wie vor ihnen die Unterhaltungsindustrie.

Mit dem Schutz geistigen Eigentums haben sie zwar Erfahrung, allerdings nicht auf digitaler Ebene. Denkbar wäre eine Geräteabgabe wie bei Speichermedien oder Kopiergeräten, aber sie wird das Problem wahrscheinlich auch nicht zufriedenstellend lösen. Leider wird dieses Thema noch nicht viel diskutiert und es ist auch noch nicht klar, welche Rolle die IT-Abteilung in diesem Zusammenhang spielen wird oder kann. Sind Sie als CIO schon einmal mit diesen Fragen konfrontiert worden? Oder arbeiten Sie derzeit sogar an einer Lösung? Was sind Ihre Erfahrungen?




Bildnachweis: iStock | © Thinkstock

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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