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Welche vier Faktoren die Cloud-Nutzung am stärksten einschränken

Kategorie: Trends des Monats
iStock | © ThinkstockIn Deutschland, Österreich und der Schweiz war die Cloud in der Vergangenheit nicht besonders beliebt. Entgegen dem weltweiten Trend erreichten die Nutzungsquoten bis zum vergangenen Jahr einen Anteil von maximal 15 Prozent an der Gesamt-IT-Leistung. 2014 kam dann der Turnaround mit einer Verdoppelung der Quote auf fast 30 Prozent, im internationalen Vergleich ist das aber immer noch moderat. Warum sind die deutschsprachigen CIOs und Unternehmen so zögerlich? Gibt es Faktoren, die die Cloud-Nutzung hier stärker beeinflussen als anderswo?
 
Verschiedene Studien und Untersuchungen geben Aufschluss darüber, woran die zögerliche Cloud-Adaption liegen könnte:
 
  1. Die IT-Architektur und komplexe IT-Landschaften behindern die Migration in die Cloud.
    NTT Europe lies Mitte 2013 300 CIOs und leitende IT-Manager in europäischen Unternehmen im Hinblick auf ihre Cloud-Pläne befragen. 81 Prozent der CIOs gaben an, dass ihre IT-Architektur die größte Hürde für die Migration in die Cloud sei, 58 Prozent der Befragten identifizierten die Komplexität ihrer IT-Landschaft als Hinderungsgrund, für die in erster Linie Legacy-Plattformen verantwortlich seien. Der Technologiewandel in Richtung Cloud ist deshalb einer der Gründe, warum derzeit immer mehr Unternehmen beschließen, sich von ihren Alt-Anwendungen zu trennen. Der Aufbau neuer Plattformen geht aber nicht von heute auf morgen, weswegen sich auch der Umstieg auf Cloud Services verzögert.
     
  2. Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen kaum Anbieter-Clouds.
    Seit zwei Jahren beträgt der Anteil zugekaufter Cloud Services in den deutschsprachigen Ländern im Durchschnitt nur etwa 4 Prozent. Demgegenüber werden jetzt fast 30 Prozent der IT-Leistungen über unternehmenseigene Clouds bereitgestellt. Die mussten aber erst einmal aufgebaut werden, wodurch sich die Cloud-Adaption verzögerte.
     
  3. Der Mittelstand muss die Compliance-Anforderungen erst noch definieren.
    Großkonzerne nutzen häufiger externe Clouds als der Mittelstand. Ein Grund dafür ist offenbar, dass sie aufgrund der Internationalität schneller entscheiden können, welche Daten wo gespeichert und verarbeitet werden können, ohne datenschutzrechtliche oder andere Risiken einzugehen. Der Mittelstand muss diese Regeln häufig erst noch definieren. Da die deutschsprachigen Länder mittelstandsgeprägt sind, gibt es hier sehr viele Unternehmen, auf die das zutrifft.
     
  4. Es gibt kaum Clouds europäischer Anbieter mit Rechenzentren in Europa.
    Der Hang zur eigenen Cloud wurde durch die NSA-Äffäre, der Angst vor Industrie-Spionage und Datendienstahl verstärkt, vor allem in Europa. Seitdem haben viele Unternehmen ihre Einkaufsrichtlinien für Cloud Services verschärft und bevorzugen Angebote, bei denen die Informationen im eigenen Land oder innerhalb Europas gehosted werden. Davon gibt es aber noch nicht viele. Allerdings erwägen immer mehr Anbieter Rechenzentren in Europa aufzubauen und europäische Tochtergesellschaften zu gründen. Bis sie realisiert sind, wird es aber noch einige Zeit dauern.
 
Was erschwert bei Ihnen die Cloud-Adaption? Oder setzen Sie auch auf Ihre eigene Lösung und lassen sich dafür lieber etwas mehr Zeit?
 
 
 
Bildnachweis: iStock | © Thinkstock

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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