IT-Trends-Blog

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Die Digitale Transformation des öffentlichen Bereiches hat begonnen

Kategorie: Trends des Monats
iStock | © ThinkstockDas V-Modell XT und V-Modell XT Bund sind flexible, iterative Vorgehensmodelle für die Durchführung von Projekten in der öffentlichen Verwaltung, an die sie sich halten muss. Doch erst jetzt nutzt sie die Möglichkeit, ihr Vorgehen flexibel an aktuelle Bedürfnisse anzupassen, die zum Beispiel aus dem Feedback ihrer Anwender abgeleitet werden. Gleichzeitig denkt die Verwaltung darüber nach, wie Kunden in die digitale Prozesskette im Rahmen von eGovernment direkt einbezogen werden können. Dafür werden die entsprechenden Abläufe geöffnet und verschlankt.

Der öffentliche Bereich ist sich bewusst, dass er diesen Weg gehen muss. Die Einbeziehung von Nutzern in die Entwicklung von Online-Dienstleistungen ist für die öffentliche Verwaltung wichtig, weil sie die Akzeptanz erhöht, wie 77 Prozent der in der IT-Trends-Studie befragten IT-Verantwortlichen von Ämtern und Behörden angaben. Sie dürfte eigentlich auch kein Problem sein, da knapp 92 Prozent der Public Sector-CIOs seine Nutzergruppen und knapp 82 Prozent deren Erwartungshaltung sehr gut kennen. Allerdings sind die Kunden – wie wir aus den Erfahrungen mit anderen digitalen Angeboten wissen – sehr anspruchsvoll und ungeduldig. Sie entscheiden selbst, was sie nutzen und was nicht, abhängig vom Leistungsumfang des Angebots und seiner Verfügbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit.

Damit der öffentliche Bereich die Erwartungen der Nutzer erfüllen kann, müssen Lösungen viel häufiger aktualisiert werden, als das bisher der Fall war. Release-Zyklen von einem Monat werden Standard werden. Denn heute ist es auch für die Verwaltung wichtig, ihren Kunden zum richtigen Zeitpunkt das richtige Angebot liefern zu können. Deshalb müssen die Leistungserbringungsprozesse an diese kurzen Releasezyklen angepasst und die etablierten Vorgehensweisen wie zum Beispiel das V-Modell XT deutlich verschlankt werden.

Aus meiner Sicht ist es für den öffentlichen Bereich sinnvoll, dabei zwischen nutzer- und effizienzorientierten Vorgängen zu unterscheiden und in diesem Zusammenhang die nutzerzentrierten Vorgänge in den Mittelpunkt zu stellen, um Bürger für die Inanspruchnahme der Services zu gewinnen. In diesem Bereich setzt die Verwaltung stark auf mobile Technologien, um Leistungen bereitzustellen, Feedback einzuholen und Bürger zu beteiligen. Bei effizienzorientierten Vorgängen steht die Automatisierung von Prozessen ohne Medienbrüche im Vordergrund.

© Capgemini 2014

Die Verwaltung kann meiner Meinung nach nur zeitnah auf Kundenanforderungen reagieren, wenn sie agile Methoden nutzt – nicht nur bei der Entwicklung von Leistungen. Das gilt besonders, wenn der öffentliche Bereich digital transformiert wird und Kunden nicht nur digital informiert werden sollen, sondern auch mit ihnen interagiert werden soll. Die Vorteile agiler Methoden liegen auf der Hand: Fehlentwicklungen und die damit einhergehende Verschwendung können minimiert, Kosten für Fehlerbehebung reduziert und Widerstände gegen Lösungen besser abgebaut beziehungsweise  Akzeptanz aufgebaut werden.

Der öffentliche Bereich hat das erkannt und setzt immer stärker auf agile Methoden. Dabei müssen die Bürger aber stärker beteiligt werden, Echtzeitkommunikation zwischen Kunden und Verwaltung ermöglicht und schneller auf neue Anforderungen reagiert werden. So könnten Entscheidungen der Verwaltung beschleunigt und bessere Services bereitgestellt werden. Aus Sicht von Kunden und auch Mitarbeitern ist dieser Weg eine erstrebenswerte Form der Teilhabe und Einflussnahme an der Ausrichtung und Weiterentwicklung der Angebote.
 
Bildnachweis: iStock | © Thinkstock

Über den Autor

Ramon Anger
Ramon Anger
Ramon Anger bewegt sich zwischen mehreren Stühlen: Sitzt er auf dem linken Stuhl, arbeitet er als technischer Architekt an Entwicklungsprojekten mit. Sitzt er rechts, schreibt er Artikel für Fachzeitschriften oder seinen Blog. Der Stuhl vor ihm steht für Konferenztourismus. Auf dem Platz in der Mitte treibt er für Capgemini die Themen Agilität und Lean voran. Still sitzt er selten, denn dafür gibt es zu viele spannende Themen und neue Ideen zu entdecken.

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