IT-Trends-Blog

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Der Stand der Dinge im Internet der Dinge

Kategorie: Trends des Monats
iStock | © ThinkstockLösungen im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) gehören anscheinend zu einer scheuen Spezies: Analysten sagen, dass es sie gibt und sie sich in den kommenden Jahren rasant vermehren werden, aber beobachtet wurden sie bislang nur selten. Eine neue Studie von Capgemini Consulting hat jetzt die Fakten zusammengetragen, um festzustellen, wie es wirklich aussieht.
 
Und siehe da – die meisten der mehr als 100 an der Studie teilnehmenden Unternehmen aus den USA und Europa stehen noch ganz am Anfang. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass weniger als 30 Prozent der Befragten bereits Umsatz mit Serviceleistungen generieren. Unter denen, die bereits fortgeschrittene Lösungen anbieten, sind Unternehmen aus der industriellen Fertigung sowie Medizingerätehersteller, während Versicherungen, Hausgerätehersteller und die Pharmaindustrie noch schlafen. Irgendwo dazwischen liegen Versorger mit beispielsweise Smart Home-Lösungen und Automobilhersteller mit Connected-Car-Angeboten.
 
Aber selbst wenn es schon einen Service auf der Basis des IoTs gibt, verdienen mehr als zwei Drittel der Befragten kein Geld damit. Ausnahmen sind beispielsweise General Motors mit dem „OnStar“ Telematik-System und GE mit seinem „Predictivity“-Portfolio, das Unternehmen dabei hilft, die Daten der vernetzten Geräte auszuwerten und zu nutzen.
 
Um überhaupt in den Markt einzusteigen, benötigen viele Unternehmen Know-how, das sie nicht haben. Deshalb gehen mehr als 60 Prozent Partnerschaften ein, um IoT-Lösungen zu entwickeln. Wesentlich weniger, nämlich jeweils nur 10 Prozent, haben ein Unternehmen mit den entsprechenden Qualifikationen gekauft oder Plattformen oder APIs entwickelt, über die andere Unternehmen ihre eigenen Services in das Portfolio einbinden können.
 
Insgesamt lassen sich derzeit aber nur 15 Prozent aller Produkte in die Services anderer Anbieter integrieren, was wahrscheinlich (wieder einmal) eine der größten Hürden für die schnelle Adaption des Internet der Dinge sein wird. Dennoch prognostiziert der Analyst IDC, dass 2020 mehr als 40 Prozent aller Daten von Maschinen stammen werden, die miteinander reden, und die Schätzungen darüber, wie viel Geld damit verdient werden kann, reichen von mehreren Billionen US-Dollar bis zu mehr als 10 Billionen weltweit (Schätzungen von Cisco und GE).
 
Was glauben Sie, wird die Technologie jetzt schnell Verbreitung finden, vor allem in einem Industrieland wie Deutschland? Und werden eher die großen internationalen Konzerne das Rennen machen und den Markt früh unter sich aufteilen? Oder ist das Thema so vielschichtig, dass der Mittelstand für eine große Vielfalt sorgen wird?

Bildnachweis: iStock | © Thinkstock
Infografik: © Capgemini 2014

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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