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Goodbye Gießkanne – wie Sie die Hürden auf dem Weg zum geschäftsorientierten AM überwinden

Kategorie: Trends des Monats
Wie priorisiWavebreak Media | © Thinkstockeren Sie Ihre Investitionen im Application Management (AM)? Bekommt Ihr Fachbereich alles, was er sich wünscht? Oder ist es bei Ihnen so, dass Sie aufgrund des geringen AM-Budgets kaum investieren? Oft erlebe ich in der Praxis auch die ganz pragmatische Vorgehensweise nach dem Gießkannenprinzip. Doch sinnvoll geht anders: Es muss in die entscheidenden Anwendungen investiert werden – dort, wo der Geschäftsnutzen besonders groß ist. Das Application Management macht damit etwas, was das Infrastrukturmanagement schon lange macht: Kosten runter, Wertbeitrag rauf.
 
Erst kürzlich sprach ich mit dem CIO eines Handelsunternehmens. Er legt erwartungsgemäß großen Wert auf seine Applikationslandschaft für den Vertrieb, aber noch wichtiger sind ihm zufriedene Kunden im Webshop: Die Kunden sollen die Produkte rasch online finden, die gerade gültigen Preise schnell vergleichen und die Verfügbarkeit der gewünschten Ware erkennen können. Es dreht sich also alles um die Frage: Ist die Website gut an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet? Für die IT entsteht so der direkte Businessbezug. Der Geschäftsnutzen lässt sich in Key-Performance-Indikatoren (KPIs) abbilden und mit einem geeigneten Instrumentarium so strukturieren und greifbar machen, dass die IT weiß, worauf sie sich konzentrieren muss. Hierfür gibt es heute Werkzeugkästen, die mit geeigneten Prozessmodellen, Methoden und Verfahren gefüllt sind.

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Doch auf dem Weg zum geschäftsorientierten Application Management gilt es drei grundlegende Hürden zu nehmen:
  1. Welche Rolle hat der CIO in diesem Modell? In der Rolle des fleißigen Erfüllungsgehilfen funktioniert das geschäftsorientierte AM nicht. Der CIO muss sich stattdessen auf Augenhöhe als Business Partner einbringen – und das auch dürfen. Daran knüpft sich direkt folgende Frage an:
     
  2. Welches Verhältnis hat die IT zum Business? Richtet die IT ihr Application Management am Geschäftsnutzen aus, bekommt sie Einblick und Durchblick. Und das ist nicht überall gewünscht. Mancherorts möchte man vielleicht gar nicht messbar werden. Organisationswiderstände finden sich an vielen Ecken und Enden. Daher muss der CIO viel Überzeugungsarbeit leisten und seine CEO- und CFO-Kollegen hinter sich wissen. Kritisch gefragt: Kann das Modell funktionieren, ohne dass Sie als CIO im Vorstand sind?
     
  3. Welches Vertragsmodell ist zielführend? Mit der Forderung nach immer mehr SLAs kommen wir hier nicht weiter. Oft diskutiert werden Bonus-Malus-Systeme, doch insbesondere die Umsetzung der Bonus-Komponente ist in der Praxis – im Hinblick auf die Finanzprozesse – sehr schwer. Zudem bin ich fest davon überzeugt, dass Malus-Systeme die Kreativität ersticken. Und damit die Voraussetzung für ein erfolgreiches Application Management. Damit geschäftsorientierte AM-Verträge auch praktisch umgesetzt werden können, bedarf es innovativer Ansätze und einer ehrlichen Diskussion. Unter anderem darüber, ob das Business wirklich bereit ist, den Erfolg mit der IT – oder gar dem Dienstleister – zu teilen. Aber auch darüber, dass die IT nicht immer als Sündenbock herhalten kann und sie die Chance bekommen muss, ihren Nutzen zu verdeutlichen.
 
Wo sind Sie auf dem Weg zum geschäftsorientierten Application Management? Wie sind Ihre Erfahrungen? Und: Haben Sie schon von Ihren Kollegen aus dem Infrastrukturmanagement gelernt oder leisten Sie sich immer noch hochverfügbare, nicht-geschäftskritische Systeme, die kaum einer nutzt? Diskutieren Sie mit uns – ich freue mich auf Ihre Ideen.
 
 

 
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Über den Autor

Alfred Aue
Alfred Aue
Dr. Alfred Aue beschäftigt sich mit dem Lebenszyklus von Anwendungen und wie man ihn optimal gestaltet. Dabei interessiert ihn vor allem, wie man nicht nur die Kosten senkt, sondern vor allem den geschäftlichen Mehrwert erhöht. Bei Capgemini ist Alfred Aue Head of Sales der Application Lifecycle Service in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seine Arbeit basiert auf langjähriger Erfahrung, unter anderem bei Siemens Nixdorf, debis Systemhaus und T-Systems.

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