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Welchen Einfluss Digitalisierung auf die Rolle des CIOs hat

Kategorie: Trends des Monats
Image Source White | © ThinkstockDie Bedeutung des CIOs im Unternehmen ist von Branche zu Branche verschieden. Die unterschiedlichen Wertigkeiten stützen sich auf die unterschiedliche strategische Bedeutung von IT und von Innovationen mit Hilfe von IT. Ein Unternehmen wie Amazon beispielsweise zieht seine Wettbewerbsvorteile hauptsächlich aus der Funktionalität seines Online-Shops und der nachgelagerten Systeme. Ein Maschinenbauer ist in dieser Hinsicht stärker auf die Fähigkeiten seiner Ingenieure angewiesen, die seine Produkte oder die Produktion der Maschinen optimieren. Das hat zwar auch, aber in vielen Fällen nicht im Kern mit IT zu tun. Das Internet of Things und Industrie 4.0 könnten aber dazu führen, dass IT im produzierenden Gewerbe beziehungsweise generell im B2B-Geschäft einen stärkeren Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit gewinnt. Wird das auch die Rolle der CIOs der Branche verändern?
 
Wahrscheinlich ja. Denn die Daten der IT-Trends-Studie zeigen, dass die strategische Bedeutung von CIOs in Organisationen, die direkt an Endkunden verkaufen, höher ist als in Unternehmen, die ausschließlich an andere Unternehmen verkaufen oder sowohl im B2B- als auch im B2C-Geschäft tätig sind. CIOs im B2C-Geschäft genießen großes Ansehen und sind zu einem hohen Prozentsatz bei jeder Board-Sitzung dabei. Ihre Rolle beschreiben die meisten als Business Partner des Managements, der technische Lösungen für geschäftliche Probleme entwickelt. Demgegenüber bezeichnen die übrigen CIOs ihre Rolle im Unternehmen in erster Linie als Dienstleister und nehmen seltener an Board-Sitzungen teil.
 
Die unterschiedlichen Rollen wirken sich auch den Umgang mit Innovation und die Budget-Hoheit aus: Die Fachabteilungen von B2C-Unternehmen geben weniger Geld für IT aus als die Fachabteilungen der B2B-Seite. Sie kaufen weniger externe Cloud-Leistungen ein und realisieren kaum Projekte, deren Umsetzung der CIO abgelehnt hat. In diesen Unternehmen hat er die Kontrolle über die IT-Ausgaben. Gleichzeitig hat er mehr finanziellen Spielraum für die Entwicklung und Realisierung von IT-Innovationen.

© Capgemini 2014
 
Und das wiederum ist etwas paradox: Denn man sollte meinen, dass insbesondere im B2C-Bereich viele Impulse und Vorstöße für IT-abhängige Services aus der Fachabteilung kommen, da sie tagtäglich darüber nachdenkt, wie man dem anspruchsvollen Endkunden noch bessere Services beispielsweise in Form einer App anbieten könnte. Trotzdem scheint gerade in diesen Unternehmen die Zuständigkeit für IT-abhängige Services ganz klar beim CIO zu liegen und Alleingänge der Fachabteilung nicht toleriert zu werden. Denn das reibungslose Zusammenspiel der gesamten IT-Landschaft ist offenbar zu wichtig, als dass man es mit Silo-Lösungen auf Spiel setzen würde.
 
Diese Denkweise hat sich in B2B-Unternehmen aber noch nicht durchgesetzt. Die Fachabteilungen geben insgesamt mehr Geld für IT aus und realisieren auch Projekte, die die IT-Abteilung abgelehnt hat. Der CIO muss fast sein gesamtes Budget dafür aufwenden, den Betrieb am laufen zu halten und hat kaum Reserven, die er in die Entwicklung von Innovationen stecken kann. Aus dieser Position heraus wird es wahrscheinlich schwierig für ihn werden, den Wandel zu Industrie 4.0 strategisch zu steuern. Deshalb sollten Unternehmen im B2B-Bereich rechtzeitig überlegen, welchen Einfluss Industrie 4.0 auf ihre IT haben könnte und die Verantwortlichkeiten des CIOs rechtzeitig anpassen, damit der Wandel gelingt.
 
Was denken Sie? Erfordert Industrie 4.0 einen starken CIO oder ist das Gelingen des Projektes viel stärker von anderen Faktoren abhängig?
 
 

 
Bildnachweis: Image Source White | © Thinkstock
Grafik: © Capgemini 2014

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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