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Schon einen Digitalisierungsbeauftragten eingestellt?

Kategorie: Trend-Anatomie
Fuse | © Thinkstock Letztens sprach mich ein CIO an, ob er bei all den derzeit laufenden Diskussionen um „Digitalisierung“ jetzt zusätzlich einen Digitalisierungsbeauftragten benötigen würde. Interessante Frage, dachte ich, gleichzeitig kamen noch weitere auf: Welche Voraussetzungen muss dieser neue Kollege oder die Kollegin mitbringen, wo er oder sie in der Organisation angesiedelt werden sollte und was das wohl kosten würde? 
 
Dabei fiel mir wieder einmal auf, wie schnell bei neuen Anforderungen der Ruf nach einer neuen Rolle laut wird. Dabei wäre es doch einfacher zu fragen, welches Ziel das Unternehmen mit der neuen Funktion verfolgt und anschließend zunächst nach jemandem im Unternehmen zu suchen, der heute schon mit einer ähnlichen Aufgabenstellung betraut ist.
 
Bei der Suche würde man schnell feststellen, dass es diese Digitalisierungsprozesse in der IT bereits gibt, insbesondere wenn ein strukturiertes und voll umfängliches IT-Servicemanagement vorhanden ist und das Unternehmen seine Prozesse regelmäßig an neue Anforderungen anpasst. Denn Digitalisierung ist ja nichts anderes als Prozesse aus der physischen Welt, zum Beispiel von Papier, in IT zu überführen oder bisher per Hand und Telefon erledigte Aufgaben mittels IT zu automatisieren. Tja und siehe da, genau DAS setzen IT-Abteilung schon seit Anbeginn ihrer Existenz erfolgreich um.
 
So findet man bspw.
  • ein Demand Management, das diese Anforderungen aus Sicht des Business geordnet aufnehmen und verarbeiten wird,
  • Portfolio Management überprüft, inwieweit diese neuen Digitalen Services aus dem bestehenden Portfolio heraus entwickelt und ausgerollt werden können,
  • ein Provider Management schließt ggf. die erforderlichen Verträge mit speziellen Dienstleistern,
  • das Service-Level Management legt die Leistungskenndaten für den neuen Service fest und
  • das Change Management überführt diese Services über einen geordneten Test schließlich in den Regelbetrieb.
 
Jede Menge Prozesse, die in der Regel an einem Digitalisierungsprozess beteiligt sind und auch schon etabliert sind. Der Digitalisierungsbeauftragte ist letztendlich eine neue Rolle und bündelt bereits vorhandene Funktionen, d.h. im Umkehrschluss aber auch, dass wir Ihn auch weiterhin Service-Level oder Change Manager nennen könnten, oder?
 
Andererseits wird es ernst für viele Unternehmen, die diese IT Servicemanagement Prozesse und damit die verantwortlichen Rollen nicht umfassend eingeführt und bereits reichlich „geübt“, also wie man sagt, eine bestimmte Reife im Umgang mit diesen Aufgaben erreicht haben. Immer mehr Anforderungen an komplexe Digitalisierung ohne diese erprobten Prozesse? Dieser Rückstand kann teuer zu stehen kommen, dabei hilft auch nicht einfach die Etablierung eines “Digitalisierungsbeauftragten“!
 
Was denken Sie? Haben Sie vielleicht schon einen Digitalisierungsbeauftragten? Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt?

Eine weitere Meinung zum Thema CDO finden Sie in unserem IT-Trends Magazin.: "Der digitale Lotse" 
 

Über den Autor

Ralf Nick
Ralf Nick
Immer interessiert an der Entstehung, der Implementierung, dem Erbringen von „Services“, den damit verbundenen Serviceketten und damit auch oftmals am Untergang derselbigen. Insbesondere vorhandene Strukturen und „klimatische“ Bedingungen zur Orchestrierung und dem Managen von Services haben es ihm angetan. Dabei ist die notwendige Unterscheidung zwischen dem „Managen“ oder dem „Machen“ eine oft sehr entscheidende.

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