IT-Trends-Blog

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Können Unternehmen mit agilen Methoden innovativer werden?

Kategorie: Trend-Anatomie
iStock | © Thinkstock Das Thema Innovation ist allgegenwertig und für viele Unternehmen ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Auch die IT-Trends-Studie untersucht immer wieder, wie Organisationen damit umgehen. In den meisten Fällen werden Innovationsprozesse mit klassischen Projektmanagement-Methoden gesteuert, aber vielleicht ist genau das ein Grund, warum so wenige von ihnen erfolgreich umgesetzt werden?
 
In Gesprächen zeigt sich immer wieder, dass herkömmliches und traditionelles Projektmanagement relativ unflexibel ist. Agile Methoden lassen sich dynamischer und genauer an die Bedürfnisse und Anforderungen von Innovationsarbeit anpassen. Innovation bedeutet in diesem Kontext die Einführung bzw. Bewertung neuer Kombinationen von Merkmalen von Produkten oder Dienstleistungen. Flexibilität und Einfallsreichtum zur Generierung von Nutzen für den Kunden stehen im Mittelpunkt der Betrachtung. Dazu benötigt man Kreativität, Wissen, Lernfähigkeit und Zusammenarbeit.
 

Abb.1: Dimensionen von Innovation
 
 
Innovationen sind also in den meisten Fällen keine zufälligen Ereignisse, sondern können zielgerichtet gesteuert und gemanagt werden. Sie durchlaufen mehrere Phasen mit einer sequentiellen Abfolge von Aktivitäten und können dadurch prozessorientiert betrachtet werden. Unabhängig von der Branche durchläuft der Innovationsprozess in irgendeiner Form die in der Abbildung 2 dargestellten Schritte, die sich alle einer der erwähnten vier Dimensionen zuordnen lassen.
 
Traditionelles Projektmanagement kann für die Innovationskraft eines Unternehmens jedoch hinderlich sein, bietet nicht die nötigen Strukturen und bildet die notwendigen Dimensionen nicht ab, wodurch sich wichtige Schritte des Innovationsprozesses nicht etablieren lassen.
 
 

 
Abb.2: Abbildung der Aktivitäten des Innovationsprozesses im Scrum-Prozess
 
 
Scrum als eine andere Form von Projektmanagement könnte den Bedürfnissen radikaler Innovationsarbeit besser gerecht werden. Die agile, teambasierte und vor allem selbstorganisierte Vorgehensweise ersetzt die übliche hierarchische Arbeitsorganisation. Traditionelle Modelle und Methoden geben die Hoheit über alle Abläufe an das Management und steuern Innovationsprozesse top-down. Dadurch steigt der bürokratische Aufwand und die Kreativität sinkt. Bei Scrum hingegen ist das Entwicklerteam kein reines Ausführungsorgan. Es hat sehr viel Gestaltungsspielraum über den Prozess und die Vereinbarungen mit den Kunden. Strukturen, die Flexibilität und Innovationsfähigkeit im Weg stehen, werden aufgehoben und solche eingeführt, die sie explizit unterstützen.
 
Ein klares Ziel von Scrum ist die Emanzipation des Entwicklerteams und deren Mitgliedern gegenüber dem Management. Anstatt Anordnungen und Vorgaben von höherer Stelle zu bekommen, verhandelt es die Vorgehensweise und die Details selbst in enger Zusammenarbeit. Da jedes Mitglied frei entscheiden darf, wie es ein Ziel erreicht, entsteht Freiraum für Kreativität. Das beeinflusst nicht nur die Innovation von Produkten, sondern auch von Prozessen wie beispielsweise der Entwicklung neuer Produktionsmethoden.
 
Unternehmen stehen vor der Herausforderung, zunächst den Begriff und die Bedeutung von Innovation vollends zu verstehen. Die alleinige Definition und Einführung des Innovationsprozesses reicht jedoch nicht aus, um nachhaltig und wiederholbar innovative Lösungen oder Produkte zu erarbeiten. Die Identifizierung geeigneter Strukturen und Projektmanagementmethoden, in denen sich die vier Dimensionen Kreativität, Wissen, Lernfähigkeit und Zusammenarbeit gut abbilden und innerhalb derer sich die Aktivitäten des Innovationsprozesses eingliedern lassen, ist von großer Bedeutung. Deshalb sollten Unternehmen agile Methoden auch einmal unter dem Gesichtspunkt betrachten, dass sie ihre Innovationsfähigkeit möglicherweise enorm steigern können.


Bildnachweis: iStock | © Thinkstock

Über den Autor

Serkan Glatt
Serkan Glatt
Interessiert sich für strategisches Informationsmanagement und dem IT-Servicemanagement. IT in seiner Gesamtheit verstehen und vor allem wie diese zum Mehrwert beiträgt ist die wiederkehrende Herausforderung. Daraus ergibt sich der Interessenschwerpunkt im Service Engineering und der hybriden Wertschöpfung (innovative Integration von Produkten und Dienstleistungen).

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