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IT-Trends 2015: Wie viel die Fachabteilung wirklich ausgibt

Kategorie: Trends des Monats
© CapgeminiDie gute Nachricht zuerst: Die Fachabteilungen geben mit 17,4 Prozent in diesem Jahr in etwa genauso viel Geld aus, wie 2014 (16,3 Prozent des gesamten Technologie-Budgets), so eines der Ergebnisse der IT-Trends-Studie 2015. Diese Investitionen sind in den meisten Fällen auch keine Alleingänge, denn 62,4 Prozent der CIOs gaben an, dass der Fachseite die Verantwortung für einen Teil der IT-Ausgaben übertragen wurde. Obwohl sich dieser Anteil seit drei Jahren prozentual kaum verändert hat oder, wenn überhaupt, sogar leicht gesunken ist, glauben viele CIOs, dass die Fachbereiche in Zukunft mehr Budget verwalten werden. Was wären die Konsequenzen? Und wie gehen CIOs damit um?
 
Falls die Technologieausgaben der Fachabteilungen tatsächlich steigen, wären viele CIOs inzwischen positiver dazu eingestellt als vor zwei Jahren. Die Zustimmung ist auch in diesem Jahr weiter gewachsen, obwohl nur die Hälfte der CIOs über jeden Einkauf informiert ist. Auch die Angst vor negativen Konsequenzen wie dem Aufbau einer Schatten-IT und neuen Datensilos geht zurück. Diese Entwicklung spricht für den Abbau von Vorurteilen und die zunehmende Gewöhnung an solche Ausgaben. Darüber hinaus investieren viele Fachbereiche nach wie vor nicht in den Einkauf von externen Cloud Services. Sie kaufen viel mehr Beratungs- und Software-Entwicklungsleistungen sowie Standard-Software.
 
In 28,2 Prozent der Unternehmen finanzieren sie allerdings Projekte, deren Umsetzung die IT-Abteilung abgelehnt hat, weil die Anforderungen nicht dem Unternehmensstandard entsprechen. Durch solche Maßnahmen können neue Datensilos oder eine Schatten-IT entstehen, die langfristig Kosten erhöhen und übergreifende Big Data Analytics-Projekte behindern. 22,4 Prozent der CIOs berichten von der Umsetzung von Maßnahmen, die im IT-Budget nicht vorgesehen sind, knapp 13 Prozent von der Finanzierung von Projekten, die die IT-Abteilung nicht zeitnah realisieren kann. Auch sie können zum Problem werden, wenn die IT-Einheit bei der Umsetzung außen vor bleibt, denn die größte Sorge der CIOs ist nach wie vor die Gefährdung der mühsam erarbeiteten Standardisierung.
 
Was tun Sie in solchen Fällen? Versuchen Sie, trotzdem möglichst eng mit den Anwendern zusammenzuarbeiten? Oder haben Sie Regeln für solche Projekte definiert? Ich freue mich auf eine interessante Diskussion mit Ihnen! Für die IT-Trends-Studie wurden in diesem Jahr übrigens 154 IT-Verantwortliche von Großunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt, darunter mehr als 50 Prozent der im DAX-30 gelisteten Unternehmen. Die Gesamt-Auswertung der IT-Trends-Studie wird Ende Januar 2015 veröffentlicht.

© Capgemini




Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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