IT-Trends-Blog

IT-Trends-Blog

Opinions expressed on this blog reflect the writer’s views and not the position of the Capgemini Group

Die größten Hürden für die Digitalisierung

Kategorie: Trend Industrie 4.0
Digitalisierung zählt zu den wichtigsten Anforderungen an CIOs in diesem Jahr. Das zeigen die Ergebnisse unserer diesjährigen IT-Trends-Studie, für die 154 CIOs und IT-Chefs aus Großunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. Besonders interessant fand ich die Tatsache, dass 41 Prozent aller CIOs Probleme bei der Digitalisierung haben, obwohl sie nicht die erste größere Umwälzung in der IT-Welt ist, die CIOs meistern müssen. Was sind die Ursachen?
 
Wir haben genauer nachgefragt und sind auf ein bekanntes Problem gestoßen. 56 Prozent der Befragten deklarieren den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern als Hürde. Das gilt vor allem für Experten für Big Data Analytics und mobile Technologien.
 
Glaubt man den Prognosen verschiedener Verbände, wird sich der Fachkräftemangel in Zukunft weiter verschärfen und da die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter Zeit erfordert, wird sich dieses Problem nicht so schnell nicht lösen lassen. Deshalb greifen derzeit viele Unternehmen auf externe IT-Spezialisten zurück, um die Lücken zu schließen. Ihr Anteil an der internen Leistungserbringung ist im Vergleich zum vergangenen Jahr um zehn Prozentpunkte gestiegen.
 
Fachkräftemangel ist aber nicht das einzige Problem. Als zweitgrößte Hürde entpuppt sich die übergreifende Planung der Digitalen Transformation, die in rund 45 Prozent der Unternehmen trotz der guten Unterstützung des Top-Managements fehlt. Wahrscheinlich haben diese Organisationen versäumt, vorab eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln. (Mehr dazu in der Digital Transformation Review) In der Folge setzen dann einzelne Abteilungen das um, was sie für erforderlich halten, anstatt gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Darüber hinaus beklagen 36 Prozent der Befragten zu knappe Budgets und fast 33 Prozent zu starre Organisationsstrukturen.
 
Alles in allem also bekannte Probleme, die auch schon bei anderen größeren Veränderungen aufgetreten sind. Die Frage ist nur, ob sie sich permanent wiederholen müssen oder ob man nicht  – abgesehen vom Fachkräftemangel, den CIOs nicht beeinflussen können – auf die Erfahrungen der Vergangenheit zurückgreifen kann, um es dieses Mal besser zu machen. Die Antwort lautet ja und nein. Viele CIOs haben ihre Hausaufgaben bereits gemacht. Darüber hinaus beklagt kaum jemand von ihnen den mangelnden Reifegrad der zugrunde liegenden Social-, Mobile-, Analytics- und Cloud-Technologien. Damit sind die technischen Voraussetzungen für die Digitalisierung geschaffen. Woran es hapert ist die organisatorische Seite und der kulturelle Wandel. Und der ist bei der Digitalisierung größer und tiefgreifender als bei zurückliegenden Veränderungsprozessen, weswegen es nur begrenzt Erfahrungswerte gibt.
 
Digitalisierung ist also nicht nur aus technologischer Sicht Neuland, sondern auch aus geschäftlicher, organisatorischer sowie kultureller Sicht und das scheint derzeit eine ebenso große Herausforderung zu sein wie die richtigen Menschen mit den richtigen Qualifikartionen und Einstellungen zu finden.

Mehr zum Thema Digital Transformation finden Sie auch unter http://www.de.capgemini-consulting.com/digital-transformation

Über den Autor

Uwe Dumslaff
Uwe Dumslaff
Uwe Dumslaff ist Corporate Vice President und Chief Technology Officer für Capgemini Deutschland und Teil des Capgemini CTO Network Teams. Sein Fokus ist die Digitale Transformation.

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * gekennzeichnet.