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Industrie 4.0 – Neue Rollen für den CIO

Kategorie: Trend Industrie 4.0
Industrie 4.0 steht in diesen Tagen Berlin oben auf der Tagesordnung. Politik und Wirtschaft streiten darum, wer die Oberhand hat und die Marschrichtung vorgibt. In der Mitte dieser vierten industriellen Revolution steht meiner Meinung nach die Informationstechnologie als Grundlage für neue Produkte, Service, Herstellungsweisen und Vertriebswege – B2B und B2C und B2B2C …. Denn dieser Wandel betrifft alle an der digitalen Transformation beteiligten Unternehmen und Organisationen, beginnend bei der Infrastruktur, über Protokolle, neue Sensortechniken, der Fähigkeit Daten aus Geräten über diese Sensoren auszulesen. Nicht zuletzt bedarf es einer funktionierenden Interaktion, damit aus einzelnen digitalen Signalen auch Informationen in der M2M-Kommunikation werden. Nur dann können die gesendeten Daten analysiert und in Handlungen umgewandelt werden.

Industrie 4.0 ist nicht nur Analyse, sondern bedeutet aktives Handeln – proakitv vorausschauend im Idealfall. Wenn die Teile in einer Fertigung zu Ende gehen, müssen neue rechtzeitig geordert werden. Wenn ein Werkzeug nach 50.000 Anwendungen erfahrungsgemäß unzuverlässig wird, muss bei Teil 49.999 ausgetauscht werden – nahtlos, automatisch.

Selbstdefinition des CIOs
Und welche Rolle hat der CIO in dieser Entwicklung? Meiner Meinung nach hängt die Antwort davon ab, wie sich der CIO selbst definiert. Es gibt dafür zwei gute Beispiele aus der Praxis. Zum einen ist da ein Hersteller im Anlagenbau. Das Geschäft umfasst viele Sensoren und Daten in komplexe Anlagen. In der weltweiten Wartung kann hier Zeit und Geld vergeudet werden, weswegen die Wartung komplett digitalisiert und dadurch seine Effizienz um viele Prozent gesteigert hat. Ein Wartungsmonteur bekommt seine Informationen vorab direkt von der Anlage, egal ob in Deutschland oder China, und kann das richtige Ersatzteil mit zum Kunden nehmen. Bei dieser Company  ist für diesen Prozess der CIO verantwortlich, denn er liefert die IT-Services end2end, die diese Effizienz erst möglich macht.

In einer anderen Produktionsdomäne eins großen Herstellers sind vom CIO die Schwerpunkte auf Digital Transformation und Innovation gelegt worden. Der IT-Verantwortliche beschäftigt sich also stärker mit dem Produkt selbst, und weniger mit der Effizienz des Manufacturing. Seine Fragestellungen beschäftigen sich mit der Einbindung von User Devices und Interfaces in die Produkte oder der Kommunikation der Produkte untereinander.

Auf der CIO Agenda steht in Zusammenhang mit Industrie 4.0 meiner Ansicht nach immer das Wort „connect“. Die Geschäftssysteme müssen verbunden werden, der Service der Connected Products muss abgerechnet werden. Dieses „Connect“ zwischen den Business Prozessen als solchen und ihrem Drumherum, das ist CIO Agenda.  Das bedeutet für den CIO, dass er sich mit der neuen IT beschäftigt, den Cloud basierten Lösungen, Big Data Fragen, den mobile Solutions und dem Umgang mit der Datenflut. Hier sind alle CIOs berührt, egal aus welcher Branche oder Industrie.

Die Hauptrolle in der derzeitigen Debatte um Industrie 4.0 spielt aber nicht der CIO, sondern immer ein CEO. Denn im ersten Schritt der vierten industriellen Revolution werden sich die Branchen einig werden, was ihre wichtigsten Beiträge sind. Wenn kein deutscher Logistiker mitzieht, dann wird es ein anderer übernehmen.

Welche Schritte meiner Ansicht nach die wichtigsten sind, können Sie in meinem aktuellen Beitrag im DT Blog lesen. 

Über den Autor

Uwe Dumslaff
Uwe Dumslaff
Uwe Dumslaff ist Corporate Vice President und Chief Technology Officer für Capgemini Deutschland und Teil des Capgemini CTO Network Teams. Sein Fokus ist die Digitale Transformation.

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