IT-Trends-Blog

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Eingespielte Teams

Kategorie: Trend-Anatomie
Bis ein neues Team eingespielt ist, gut miteinander kommuniziert und effektiv zusammenarbeitet, kann ein halbes Jahr vergehen. Bis sich aus einem eigespielten Team ein  High Performance Team bilden kann, kann deutlich über ein Jahr vergehen. Ein High Performance Team zeichnet sich durch eine deutlich höhere Produktivität aus, als andere Teams. Jeff Sutherland referenziert in "Scrum: A revolutionary approach to building teams, beating deadlines and boosting productivity" auf Studien, die zwischen Teams in der IT Produktivitätsunterschiede mit Faktor 1000 gemessen haben. Welche dieser Teams haben Sie in ihrer Organisation: die produktiven oder die anderen?
 
Teams bleiben auch nach Abschluss eines IT-Projekts zusammen
Ein Grund, warum Teams nie hohe Produktivität erreichen, ist die Dauer, für die sie als Team zusammen arbeiten. In unserer heutigen IT-Praxis verstreut sich ein Team in alle Winde, sobald ein IT-Vorhaben abgeschlossen ist.  Im nächsten Projekt muss der Teambildungsprozess mit neuen Teams erneut vollzogen werden. Diese Vorgehensweise ist vor allem teuer und ineffektiv.
In der agilen Welt bemühen wir uns, Teams auch nach Abschluss eines IT-Vorhabens komplett zusammenzuhalten und so neue Projekte mit vollständigen, eingearbeiteten Teams statt mit einer Vielzahl von Individuen zu besetzen.
Positiver Effekt ist eine sichtbar höhere Effizienz des Teams von Anfang an, da der Teambildungsprozess nicht notwendig ist. Da das Team bereits über alle notwendigen Skills verfügt, kann hohe Produktivität durch das Team zu jeder Zeit sichergestellt werden. Perspektivisch kann mit dem Team die Entwicklung hin zu einem Kanban-System und damit zum Wegfall von IT-Projekten erfolgen. Der Wertestrom kann durch das Team unabhängig vom Projektkontext sicher gestellt werden.
 
Eingespielte Teams sind effektiver
Eingespielte, effektive Teams zu schaffen und über die Zeit zusammen zu halten ist anspruchsvoll. Ein Hindernis sind nach unserer Erfahrung häufige Umbesetzungen von Mitgliedern interdisziplinärer Teams durch verschiedene Abteilungen des Kunden (Geschäft und IT). Trotzdem muss sichergestellt werden, dass konstant hohe und verlässliche Arbeitsergebnisse auch über einen längeren Zeitraum geliefert werden können.
Bei vielen Kunden ist zusätzlich eine Anpassung der Beschaffungsstrategie gegenüber Lieferanten notwendig: Beauftragt wird nicht mehr eine Gruppe von Individuen, sondern ein oder mehrere, erfahrene Teams.
 
Eingespielte Teams gibt es nicht umsonst
Jeder, der eine Organisation mit konstanten Teams schafft, muss sich damit auseinander setzen, wie die Stärken neuer Teammitglieder schnell erkannt und diese dann möglichst effektiv eingesetzt werden. Zusätzlich ist eine Anpassung der Weiterbildungsprogramme und Karrieremöglichkeiten für Mitarbeiter zur ständigen Verbesserung des Know-How notwendig. Im Fokus steht hier nicht mehr nur der einzelne Mitarbeiter sondern auch sein gesamtes Team.
 
Eingespielte Teams verhindern
Eines der besten Mittel, ein Team am funktionieren zu hindern, sind individuelle Ziele und Prämien. In dem Moment, in dem ein Teammitglied zwischen persönlichen und Teamzielen abwägen muss, hat das Team unter Umständen schon verloren. Wenn Ziele und Prämien schon notwendig sind, hilft es, Teamziele zu vereinbaren die das gesamte Team gemeinsam erreichen kann.
 
Welche Erfahrungen haben Sie mit eingespielten Teams? Diskutieren Sie mit uns.

Über den Autor

Ramon Anger
Ramon Anger
Ramon Anger bewegt sich zwischen mehreren Stühlen: Sitzt er auf dem linken Stuhl, arbeitet er als technischer Architekt an Entwicklungsprojekten mit. Sitzt er rechts, schreibt er Artikel für Fachzeitschriften oder seinen Blog. Der Stuhl vor ihm steht für Konferenztourismus. Auf dem Platz in der Mitte treibt er für Capgemini die Themen Agilität und Lean voran. Still sitzt er selten, denn dafür gibt es zu viele spannende Themen und neue Ideen zu entdecken.

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