IT-Trends-Blog

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Digitalisierungs-Fachkräfte aus den eigenen Reihen rekrutieren

Kategorie: Trend-Wende
Weiterqualifizierung der eigenen Mitarbeiter ist angesichts des Fachkräftemangels und der Digitalisierung ein drängendes Thema. Während IT-Dienstleister zunehmend auf Fachkräfte im Ausland zurückgreifen, ist das für Anwenderunternehmen nur begrenzt möglich. Eine Alternative zur verzweifelten Suche nach Fachkräften, die es nicht gibt ist, ist die eigenen Angestellten in eine neue Richtung zu entwickeln, um beispielsweise Lücken in den Bereichen Big Data, Cloud und Internet of Things zu füllen.
 
So eine grundlegende Weiterbildung ist allerdings nicht mit ein paar Wochenenden getan. Sie dauert in der Regel einige Monate. Dabei kann man zum Beispiel auf Kurse von Softwareherstellern zurückgreifen, an deren Ende eine Zertifizierung steht. Alternativ gibt es auch unabhängige Weiterbildungsinstitute, die anbieterübergreifende Qualifizierungen für bestimmte Fachrichtungen wie beispielsweise Sicherheit anbieten.
 
Bevor man so ein Programm aufsetzt, sollte man sich allerdings über einige Punkte klar werden. Erstens muss man den künftigen Bedarf abschätzen, denn die Qualifizierung kostet. Darüber hinaus wäre es für den Kollegen frustrierend, nach der Weiterbildung wieder dasselbe zu machen wie vorher. Zweitens muss jemand gefunden werden, der zumindest einen Teil der Arbeit des Kollegen übernimmt, denn kaum jemand wird es schaffen, eine umfassende Qualifizierung „nebenbei“ zu meistern. Drittens wäre es gut, wenn es bereits Mitarbeiter im Unternehmen gäbe, die auf dem angestrebten Spezialgebiet arbeiten und die bei der Einführung in die Praxis helfen. Auch das kostet natürlich Zeit. Wenn es noch kein Team mit der entsprechenden Qualifikation im Unternehmen gibt, könnte man auch ein Projekt ins Leben rufen, bei dem eine neue Lösung für das Unternehmen erarbeitet oder ein Problem gelöst werden soll, so dass es von Anfang an einen praktischen Bezug gibt.
 
Hat man all diese Punkte durchdacht und ein Konzept ausgearbeitet, kann man sich auf die Suche nach geeigneten Kandidaten machen. Meiner Erfahrung nach werden solche Optionen von vielen Mitarbeitern gern wahrgenommen, da fast jede Arbeit, wenn sie sich nicht grundlegend wandelt, nach einiger Zeit langweilig wird. Wenn das Programm läuft, vielleicht zu Beginn nur mit einem oder einer Handvoll Kollegen, kann man Erfahrungen sammeln, um das Projekt später eventuell auszudehnen.  
 
Da insbesondere für die Themen, die eine große Rolle für die Digitalisierung spielen, die Fachleute knapp sind, halte ich dieses Modell für eine gute Ergänzung zum Recruiting und der studienbegleitenden Ausbildung. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht oder schon Erfahrungen gesammelt?

Über den Autor

Uwe Dumslaff
Uwe Dumslaff
Uwe Dumslaff ist Corporate Vice President und Chief Technology Officer für Capgemini Deutschland und Teil des Capgemini CTO Network Teams. Sein Fokus ist die Digitale Transformation.

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