IT-Trends-Blog

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Unerschlossenes Terrain: SAP HANA erobert die Nicht-SAP-Welt

Albert Einstein (1879-1955) hat einmal gesagt: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Dieser Blogbeitrag handelt von den Problemen heutiger gewachsener IT-Landschaften in allen Industrien. Sie leiden unter hohen operativen Kosten, geringer Performance, schlechter Datenqualität und ähnlichen Symptomen. All das mündet letztendlich in eine sehr viel gravierendere Problematik: Die IT kann oft die Anforderung des Unternehmens nicht mehr erfüllen. Dieser Umstand verschlimmert sich mit der zunehmenden Digitalisierung noch, die die Verarbeitung immer größerer Datenmengen in Echtzeit erfordert.

HD-Business und die elementare Rolle von Daten

Im heutigen digitalen Zeitalter werden ganze Geschäftsmodelle auf der Basis von Daten entwickelt. Aktualität und Richtigkeit der Informationen entscheiden über den Erfolg. Denken Sie an die ersten Schwarz-Weiß-Fernseher in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Vergleicht man sie mit dem heutigen State-of-the-Art, preisgünstigen Modellen mit Surround Sound und interaktiven Second Screen Features, werden Schwarz-Weiß-Fernseher zu Artefakten mit verschwommenen Bildern und einer schlechten Tonqualität. Trauern Sie ihnen hinterher?

Unternehmen müssen sich fragen, welches Bild sie von den Kunden haben, die ihre Produkte und Dienstleistungen in Anspruch nehmen. In vielen traditionellen Firmen wird es so schwarz-weiß wie das Bild oben aussehen. Doch digitale Champions haben ein detailliertes, buntes, ein hochauflösendes Bild ihrer Kunden und ihres Geschäfts. Dieses Bild möchte ich als „High Definition Business“ bezeichnen.

Unternehmensweite Datenbasis mit SAP HANA

Der Weg zu diesem „High Definition Business“ führt über eine zentralisierte Datenhaltung in einer einzigen Unternehmensdatenbank. Diese ist nicht nur für Auswertungen und Analysen gedacht, so wie die meisten Big-Data-Lösungen, die derzeit auf dem Markt sind. Sie ist eine transaktionale Datenbank, die für viele verschiedene Zwecke zur gleichen Zeit eingesetzt werden kann. Hier werden die Daten in einer disaggregierten, elementaren Form ohne Redundanzen gespeichert, so dass alle Anwendungen zur gleichen Zeit auf sie zugreifen können.

Wenn wir nun eine Checkliste erstellen wollen, so muss unser unternehmensweiter Datenpool die folgenden Anforderungen, welche allesamt Kundenbedürfnisse aus echten Anwendungsfällen sind, erfüllen:

  1. Aktuelle und richtige Daten, keine Duplikate
  2. Blitzschnelle Antwortzeiten (weit unter einer Sekunde)
  3. Fähigkeit, mit der erwarteten Zunahme an Daten fertig zu werden
  4. Bestehende Anwendungen laufen auch mit dem neuen Unternehmensdatenpool
  5. Kann flexibel auf die Anforderungen bestehender und zukünftiger Unternehmensprozesse reagieren (Transaktionen und Analysen)
  6. Viel kosteneffizienter (da wir viele Datensilos schließen, sollten die Betriebskosten um mind. 25 % sinken.)
  7. Sicher – und schützbar (nicht jeder sollte alles sehen können)
  8. Geeignet für den Einsatz im Unternehmen, auch für mission-critical Anwendungen
  9. Bewährte Technologie
  10. Wechsel ohne Unterbrechung des Produktivbetriebs

Zusätzlich erwarten wir folgendes:

  • Beseitigung aller Schnittstellen zwischen Datensilos und allen damit verbundenen Prozessen zur Datenbereitstellung (ETL, Batchjobs, nächtliche Datenaustausche, usw.)
  • Geringerer Speicherplatz, da wir Duplikate beseitigen
  • Weniger Hardware, weil wir Silos schließen und weniger Speicherbedarf erwarten
  • Eine effizientere Anwendungsentwicklung, da wir uns keine Sorgen um Performance und die Herkunft von Daten machen müssen
  • Eine konsistente Sicherung und Wiederherstellung von Daten sollte sehr einfach sein

Die gute Nachricht ist: All dies lässt sich mit SAP HANA umsetzen – zumindest bis zu einer gewissen Obergrenze an Daten. Doch die reicht für die meisten mittelgroßen bis großen Firmen aus – und sie verschiebt sich mit dem technischen Fortschritt kontinuierlich weiter nach oben.

Nicht-SAP-Anwendungen auf SAP HANA

Viele SAP-Kunden sitzen dem Irrtum auf, dass HANA nur mit SAP-eigenen Anwendungen funktioniert. Sie denken, sie müssten komplett neu anfangen wenn sie eine Anwendung, die nicht von SAP stammt (wie z.B. eigenentwickelte Java-Anwendung), mit HANA ausführen möchten. Das stimmt nicht. Wir haben in vielen Projekten gezeigt, dass auch Nicht-SAP-Anwendungen auf HANA genauso funktionieren, wie mit jeder anderen Datenbank. Die positiven Effekte jedoch sind verblüffend:

  • Eine bis zu 500 mal kürzere Antwortzeit
  • Ein um 70% reduzierter Speicherbedarf
  • Deutlich mehr Speicher-und Verarbeitungskapazität
  • Massive parallele Anfragebearbeitung
  • Geringer Optimierungsaufwand
  • Viel flexiblere Datenmodellierung, die es verschiedenen Anwendungen erlaubt, mit denselben Daten gleichzeitig zu arbeiten

SAP HANA an Stelle einer herkömmlichen relationalen Datenbank zu verwenden, erschließt Unternehmen völlig neue Alternativen, ihre Daten zu managen und innovative Applikationen zu implementieren. In vielen Fällen, lässt sich das Umstiegsprojekt sogar aus sofortigen Kosteneinsparungen finanzieren.

Beginnen Sie Ihre Reise noch heute

Mit den neuen Möglichkeiten, die SAP HANA für Unternehmen und IT eröffnet, ist jeder Euro, den Sie noch in ihre alte Systemarchitektur investieren, vergeudet. SAP HANA ist im Begriff, die SAP wie Nicht-SAP-Welt aufzumischen. Mein Rat: beginnen Sie Ihre Reise unverzüglich und starten Sie mit einem umfassenden Umstiegsplan. Es wird Ihnen eine Menge Geld sparen.

 

Über den Autor

Detlev Sandel

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