IT-Trends-Blog

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ADM Preismodelle: Viele Lösungen und doch kein Patentrezept

CIOs sind ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um Budgets zu reduzieren und Kosten zu flexibilisieren. Warum? Weil im modernen Unternehmen die IT heutzutage mehr denn je als Innovationstreiber zur Wertschöpfung beiträgt, anstatt nur für den reibungslosen Betrieb von Systemen zu sorgen. Deswegen obliegt sie auch viel stärker als früher den Anforderungen, die sich aus Digitalisierung und globaler Vernetzung ergeben und die eine immer größere Dynamik erfordern. Aktuelle ADM Trends (Application Development and Maintenance), wie Automation und DevOps, stehen ganz im Dienste dieses Auftrages und ermöglichen es, Potenziale für Kostensenkungen zu realisieren. Dadurch freiwerdende Ressourcen können dann schließlich innovative Lösungen finanzieren, die die Transformation des Unternehmens und seiner Geschäftsmodelle vorantreiben und dadurch einen höheren unternehmerischen Wertbeitrag leisten.

Ansetzen sollten CIOs bei diesem Unterfangen in Sachen Anwendungsentwicklung und –management. Denn darauf entfallen in der Regel fast 35 Prozent des gesamten IT Budgets, das einer Organisation zur Verfügung steht. Laut dem Analystenhaus Gartner hält ADM bei Optimierungsmaßnahmen sogar Potenzial für Einsparungen von bis zu 50 Prozent bereit.

Trotz all dieser sich ändernden Anforderungen und des steigenden budgetären Drucks seitens des Managements tendieren IT-Entscheider dennoch oft weiterhin zu traditionellen Preismodellen, wie beispielsweise Time and Material (T&M) oder Festpreis, anstatt auf innovativere, Service-orientierte Abrechnungsmodelle zurückzugreifen. Erstere sind häufig nur eingeschränkt planbar, haben eine nur geringe Flexibilität und sind selten am allgemeinen Geschäftserfolg orientiert. Mir ist wichtig zu betonen, dass dies kein Plädoyer gegen die etablierten Modelle sein soll, sondern dafür das richtige Modell für die jeweilige Situation auszuwählen. Denn wie so oft im Leben gibt es keine Universallösung, die allen Ansprüchen und Anforderungen gleichermaßen gerecht werden kann. Jede Variante hat Vorteile, kann aber für die Vertragsparteien gleichzeitig auch genauso negative Anreize und Kostenfallen beinhalten. Nur sind diese Effekte leider nicht immer gleich auf den ersten Blick erkenntlich. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Preismodelle sowie ihre Beliebtheit können Sie im Übrigen hier im Point of View ausführlich nachlesen.

Wie können IT-Entscheider also beurteilen, welcher Ansatz der richtige ist? Das ist die große Herausforderung. Um CIOs bei dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen, hier eine Reihe an Orientierungshilfen, die bei der Wahl des passenden Abrechnungsmodells berücksichtigt werden sollten:

1. Nutzen Sie das Modell, das Ihre Ziele am besten unterstützt

Um das richtige Abrechnungsmodell zu finden, sollten Kunden und Anbieter zunächst die wichtigsten Projektziele definieren. Stehen Flexibilität und Einfachheit im Vordergrund sind sicherlich andere Modelle prädestiniert, als in Situationen in denen es um bessere Planbarkeit oder die Messung am Geschäftserfolg geht. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass nicht zwangsläufig eine 1:1 Beziehung zwischen dem gewünschten Liefermodell (Staff Augmentation bis End2End Responsibility) und dem zu vereinbarenden Preismodell (T&M, FP, Unit Based) besteht. Ist dieser erste Schritt einmal vollzogen, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten über die etablierten Preismodelle hinaus.

2. Für Kunden gilt: Erwägen Sie Boni statt Vertragsstrafen

Vertragsstrafen sind ein zweischneidiges Schwert. Sie können die Servicequalität negativ beeinflussen und den Preis nach oben treiben. Boni dagegen schaffen Anreize für höhere Qualität und auch für Innovation. Außerdem unterstützen sie eine offenere und vertrauensvollere Zusammenarbeit.

3. Für Anbieter: Setzen Sie Anreize durch Preisnachlasse

Anbieter können ihren Kunden mit Rabatten Anreize für ein höheres Auftragsvolumen setzen oder Rahmenbedingungen bieten, die ihren Aufwand beziehungsweise ihre Kosten reduzieren. Von solchen Regelungen profitieren beide Seiten. Sie vertiefen die Partnerschaft und mit ihnen werden langfristig bessere Ergebnisse erzielt.

4. Überprüfen Sie das Abrechnungsmodell regelmäßig

Wie eingangs erwähnt, befinden wir uns in einem wirtschaftlich dynamischen Umfeld, dass für statische Langzeitverträge und unflexible Abrechnungsmodelle einfach keinen Platz mehr hat. Unternehmen brauchen variable und differenzierte Preismodelle, wie beispielsweise Zero Duration ADM, um auf die Veränderungen am Markt reagieren und gesteckte Ziele erreichen zu können. So lassen sich auch in regelmäßigen Abständen immer die Anreize identifizieren und ersetzen, die keinen nachhaltigen Wertbeitrag mehr erzielen können.

Stellen Sie sich die Frage nach dem für Sie passenden Preismodell oder haben Sie bereits Erfahrungen mit innovativen Varianten gesammelt, möchten aber wissen, wie man diese besser implementiert? Erfahren Sie mehr über aktuelle Trends zu Preismodellen im Bereich ADM in unserem Webinar am Mittwoch, den 21. September 2016 von 16.00 Uhr bis 16.45 Uhr. Hier können Sie sich anmelden.

Über den Autor

Maik Figur

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