IT-Trends-Blog

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Infrastruktur: Aufwind für Microservices durch die Cloud

Microservices werden derzeit heiß diskutiert. Diese kleinen, fachlich motivierten Services bestehen je aus maximal einigen hundert Zeilen Code und können unabhängig voneinander entwickelt, geliefert und betrieben werden. Sie erfreuen sich wachsender Beliebtheit, da sie die Flexibilität bieten, um Daten und Anwendungen zu jeder Zeit, an jedem Ort und über jedes Gerät bereitzustellen. Außerdem können sie helfen Probleme wie zu hohe Komplexität, Abhängigkeiten und Wartbarkeit von Softwaresystemen zu lösen. Nichtsdestotrotz und bei aller Liebe erfordert der Einsatz von Microservices ein Umdenken in vielen Bereichen. Über Architektur und Design existiert schon viel Literatur, neue Konzepte für die Infrastruktur machen allerdings noch wenig von sich reden. Welche Anforderungen muss die Infrastruktur denn erfüllen, um Microservices bestmöglich zu unterstützen?

Service-orientiertes Design von Infrastruktur-Leistungen

Da Microservices nach dem Baukastenprinzip funktionieren, müssen die Infrastruktur-Leistungen diesem in analoger Weise entsprechen. Dazu fasst der für die Lösung zuständige Architekt die einzelnen Komponenten wie Rechenleistung, Speicherkapazität und Datentransport zu einem Service zusammen, anstatt sie einzeln bereit zu stellen. Nicht-funktionale Aspekte wie Verfügbarkeit, Stabilität, Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit und Sicherheit des Service werden dabei an die jeweiligen Anforderungen angepasst. Die IT stellt sie beispielsweise in der Bronze-, Silber-, Gold- oder Platin-Ausführung zur Verfügung, die von 99-prozentiger bis zu 99,999-prozentiger Verfügbarkeit alles bieten kann und damit der Kritikalität des Geschäftsprozesses Rechnung trägt.

Um das zu ermöglichen, muss die Software die Verwaltung und Steuerung der Infrastruktur leisten, und zwar automatisch. Denn nur so kann die Hardware schnell konfiguriert, der Speicher zugewiesen und die Netzkapazität reserviert werden, die gerade gebraucht wird. In traditionellen Rechenzentren erfolgt die Einrichtung von Hardware und Geräten aber zumindest teilweise noch manuell. Für die Nutzung von Microservices ist das zu langsam und der gesamte Provisionierungsprozess damit zu komplex.

Durch die heutige Leistungsfähigkeit einer cloud-basierten Infrastruktur bekommt das Thema Microservices frischen Aufwind. Um diese Möglichkeiten optimal ausnutzen zu können, ist es für den IT-Entscheider wichtig, den Solution-Architekten so früh wie möglich mit einzubeziehen. Am besten sobald klar ist, dass mit Microservices gearbeitet wird.

Aufbau einer Microservice-fähigen Infrastruktur

Am einfachsten ist es natürlich, alles auf der grünen Wiese komplett neu einzurichten und sich damit wahrscheinlich viel Kopfzerbrechen zu ersparen. Aber wer kann das schon? Allen denjenigen, die ihre Infrastruktur umbauen und anpassen wollen, sei gesag: Das geht nicht so von heute auf morgen, aber es geht.

Der CIO oder eben zuständige IT-Systemverantwortliche sollte die Infrastruktur anhand von vier verschiedenen Stadien weiter entwickeln, angefangen bei der konsolidierten und standardisierten Umgebung über eine integrierte und automatisierte bis hin zu einer Service-orientierten Infrastruktur. Durch die Orchestrierung der Services entsteht dann eine Infrastruktur, die selbst wie ein Service funktioniert und alle oben dargestellten funktionalen und nicht-funktionalen Komponenten im benötigten Umfang ad hoc liefert.

Erschöpfend lässt sich das Thema in all seiner Komplexität in diesem Beitrag freilich nicht darstellen. Daher möchte ich an dieser Stelle auf die Ausführlichkeit des Whitepapers „Microservices in einer cloud-basierten Infrastruktur“ verweisen. Es erklärt die Design-Prinzipien im Einzelnen, stellt die Hintergründe von Microservices dar und gibt einige hilfreiche Tipps zur Weiterentwicklung der Infrastruktur. Über ihr Feedback dazu und eine interessante Diskussion des Themas freue ich mich.

Über den Autor

Norbert Jachmann
Norbert Jachmann
Als Spezialist für Lieferkonzepte von IT-Infrastruktur-Leistungen beschäftigt sich Norbert Jachmann viel mit den Anforderungen, die die Einbindung von Dienstleistern mit global verteilten Lieferkapazitäten und Multisourcing-Strategien an IT-Mitarbeiter im Unternehmen stellen. Daneben verfolgt er die aktuellen Entwicklungen im Cloud Computing und zum Thema „Bring your own device”. Ursprünglich studierte Norbert Jachmann konstruktiven Ingenieurbau und arbeitete zwei Jahrzehnte bei Hochtief. Dort entdeckte er sein Faible für Informationstechnologie und entwickelte und vertrieb CAD-Software. Heute verantwortet Norbert Jachmann bei den Capgemini Infrastructure Services das Demand Management für Zentral-Europa.

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