IT-Trends-Blog

IT-Trends-Blog

Opinions expressed on this blog reflect the writer’s views and not the position of the Capgemini Group

IT-Budgets 2017: Wer bezahlt die Innovation?

Kategorie: Digitale Trends

Pünktlich zum Jahresende gaben 148 CIOs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Budgetprognosen für das kommende Jahr ab. Ergebnis: Die IT-Budgets wachsen weiter. Die Digitalisierung ist da und schlägt zu Buche. Dementsprechend erhöhen (voraussichtlich) 44,4 Prozent der Unternehmen ihre IT-Ausgaben, jedes Zehnte sogar im zweistelligen Bereich. Kürzer treten müssen 2017 nur noch 16,1 Prozent der CIOs, im Jahr zuvor waren es noch 21,3 Prozent. Der positive Trend der vergangenen zwölf Monate setzt sich also fort, ist aber stark branchenabhängig, wie uns die Vorabergebnisse der jährlichen IT-Trends-Studie zeigen.

So werden der Handel und die Logistikbranche 2017 deutlich mehr Geld für IT-Projekte beiseitelegen als 2016. Banken und Versicherungen investieren weiterhin auf hohem Niveau. Die Fertigungsbranche hatte angesichts der Vorhaben für Industrie 4.0 im vergangenen Jahr bereits deutlich aufgestockt und wird diesen Kurs, wenn auch etwas moderater, in den kommenden Jahren fortsetzen. Die Situation bei Energieversorgern zeigt sich dagegen sehr stabil: es wird kaum gekürzt, aber auch wenig erhöht.

„Keeping the lights on“ wird anteilig immer teurer

Bereits im letzten Jahr hieß es: es gibt mehr IT-Budget für das Tagesgeschäft und weniger für Innovation. Das bleibt auch 2017 weiterhin so. Die Kosten für den Betrieb stiegen erneut, allerdings nur um einen Prozentpunkt auf jetzt durchschnittlich 47,3 Prozent. Lediglich Finanzdienstleister und die Energiebranche konnten ihre anteiligen Ausgaben für Betrieb, Wartung und Pflege der IT moderat reduzieren. Gleichzeitig sanken die Investitionen der IT-Abteilungen in die Evaluierung und Umsetzung von Innovationen von 24,5 Prozent im Vorjahr auf jetzt 21,5 Prozent.

Was mich wirklich überrascht ist, dass CIOs so wenig Geld für Innovationen einplanen. Damit Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben und nicht von der Digitalisierung abgehängt werden, müssen sie ihr Geschäftsmodell neu ausrichten. Das kostet! Aber wer bezahlt die Rechnung? Die IT-Trends-Studie spiegelt die Sicht der CIOs wider, zeigt aber nicht welche anderen Abteilungen in IT investieren. Meine Vermutung ist, dass die Fachabteilungen Digitalisierungsprojekte finanzieren und damit auch die Mittel für Innovationen auf den Tisch legen.

Komplexität der Anwendungslandschaft steigt

Parallel zu dieser Budgetverteilung geben CIOs seit Jahren kontinuierlich mehr Geld für Updates, Aktualisierungen und Erweiterungen aus. Waren es 2015 noch 20,9 Prozent, sind es 2016 bereits 22,7 Prozent und im Jahr 2017 werden es mit 24,4 Prozent schon fast ein Viertel der gesamten IT-Ausgaben. Ursache dieser Kosten ist zum einen die Bemühung, Software-Release-Zyklen ständig zu verkürzen. Zum anderen macht sich bereits jetzt bemerkbar, dass die Digitalisierung Anwendungslandschaften rasant steigen lässt und mit ihnen auch die Komplexität. Das ist meiner Meinung nach aber kein Einmaleffekt, sondern ein Trend. Deshalb müssen CIOs jetzt die Weichen für höhere Agilität bei gleichzeitiger Beherrschung der Kosten stellen. Anderenfalls können sie Innovationen kaum noch finanzieren.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie auch mehr Budget bekommen und was tun Sie, um die Kosten für das Anwendungs-Management zu begrenzen? Diskutieren Sie mit!

 

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * gekennzeichnet.