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IT-Trends 2017: Überfordert Digitalisierung etablierte Unternehmensstrukturen?

Kategorie: Digitale Trends

Drei Viertel aller CIOs haben inzwischen den Auftrag, die Digitalisierung auszubauen. So die Ergebnisse der neuen IT-Trends-Studie. Im vergangenen Jahr waren es nur etwas mehr als die Hälfte. Der Anstieg verwundert nicht, denn 82 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Digitalisierung die Geschäftsmodelle ihrer Branche verändert und damit disruptiven Wandel mit sich bringt. In dieser Situation möchte kein Unternehmen das Nachsehen haben, weil es nicht rechtzeitig reagiert hat. Aber reagieren sie richtig?

Die Frage stellt sich, weil die Probleme mit der Digitalisierung zunehmen: Insgesamt fast 73 Prozent der CIOs haben Schwierigkeiten. Im vergangenen Jahr waren es mit rund 60 Prozent noch deutlich weniger. Das Problem Nummer eins ist nach wie vor der Mangel an entsprechend qualifizierten Mitarbeitern, vor allem in den Bereichen Internet-of-Things(IoT)-Technologien und Big Data. Auf Platz zwei folgen unflexible Geschäftsprozesse. Außerdem behindern organisatorische Hürden die Digitalisierung, allen voran starre Organisationsstrukturen, mangelnde übergreifende Planung und unklare Verantwortlichkeiten.

Die Technologie haben die meisten CIOs demgegenüber relativ gut im Griff. Einzige Ausnahme sind IoT-Technologien, die viele Teilnehmer für unreif halten – ein zu erwartendes Ergebnis, da die Entwicklung hier noch am Anfang steht und der Umsetzungsdruck hoch ist.

Unternehmen und IT-Abteilungen haben strukturelle Probleme

Hieraus schlussfolgere ich, dass die Digitalisierung Unternehmen zwar technisch, aber vor allem organisatorisch fordert, teilweise überfordert. Das fängt beim Management an, das der Digitalisierung zu wenig Aufmerksamkeit schenkt und deshalb nicht genügend unterstützt, und führt zu den traditionellen Abteilungsstrukturen, die agiles Zusammenarbeiten ausbremsen.

Aber auch die IT-Abteilungen haben strukturelle Probleme. Mit althergebrachten Hierarchien und traditioneller Aufgabenverteilung werden sie den Anforderungen an mehr Tempo nicht gerecht. Und die Zusammenarbeit mit Startups oder der Aufbau eines separaten Innovationsteams hat meistens nicht den Effekt, dass die gesamte Abteilung agiler und flexibler wird.

Grundlegender Wandel ist nicht in Sicht

Trotzdem verändern viele CIOs ihre IT-Organisation nur oberflächlich. Die Studie zeigt, dass sie in erster Linie neue Mitarbeiter mit dem entsprechenden Know-how suchen oder Berater verpflichten. Sie schrecken aber davor zurück, die Hierarchieebenen zu reduzieren, Führungskräfte auszutauschen oder einen Digitalisierungsbeauftragten zu benennen.

Unterm Strich ist das zu wenig. Die IT-Trends-Studie zeigt auch, dass CIOs, die konsequenter vorgehen, beispielsweise bei der Vernetzung und Analyse ihrer Daten, weiter sind als andere. Das gibt zu Denken. Ihnen auch?

Über den Autor

Thomas Heimann
Thomas Heimann
Thomas Heimann leitet die Erhebung der jährlichen IT-Trends und interessiert sich vor allem für neue Technologien und die Möglichkeiten und Veränderungen, die sie mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist das Thema SOA, zu dem er ein Expertenteam bei Capgemini aufbaute und mehrere Jahre lang Workshops leitete sowie Vorträge hielt, unter anderem für die Computerwoche. Der Diplom-Informatiker berät derzeit Regierungsorganisationen und Behörden in Fragen der IT.

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