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Enterprise Architecture Management (EAM): Regel 1 – Arbeite ergebnisorientiert!

Kategorie: Digitale Trends

Enterprise Architecture Management (EAM) geht auch leichtgewichtig. Wie das geht, habe ich Ihnen meinem letzten Beitrag auf diesem Blog schon eingeleitet. Folgende 7 Regeln habe ich Ihnen dazu mit an die Hand gegeben.

In diesem und den nachfolgenden Beiträgen möchten mein Kollege Lars Santesson und ich näher auf jeden einzelnen dieser Schritte eingehen und jeweils beispielhaft zeigen, wie Sie EAM leichtgewichtig halten.

Starten wir mit Regel Nr. 1 – Arbeiten Sie ergebnisorientiert!

Entsprechend der Grafik ist diese Regel das zentrale Element. Ergebnisorientierung ist oberstes Gebot und alle anderen Regeln zahlen darauf ein. Machen Sie also keine Architekturarbeit auf Vorrat. Setzen Sie sich nicht ins stille Kämmerlein, um Probleme zu finden, für die Sie dann theoretische Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Konzentrieren Sie sich auf reale, aktuell zu lösende Probleme und Herausforderungen. Diese fallen allerdings nicht vom Himmel oder liegen auf dem Flur. Sie müssen mit den Betroffenen reden und Ihnen gut zuhören – natürlich sollten Sie bei den Themen bleiben, die Architekturaspekte beinhalten.

Haben Sie relevante Probleme identifiziert, die in nächster Zeit gelöst werden sollten, so analysieren Sie dafür (und nur dafür!) die aktuelle Situation. Es ist nur wenig ergebnisorientiert, wenn Sie eine jahrelange Ist-Erfassung der gesamten IT-Landschaft durchführen, in dem Glauben, dass Sie nur so vernünftig zu einer Sollbebauung kommen. Eine solch umfassende Analyse des Status Quo können Sie gern machen und aktuell halten, wenn Sie mehr als zehn Unternehmensarchitekten haben.

Erarbeiten Sie nun, gemeinsam mit den Betroffenen, eine zukunftsfähige Soll-Situation für das gefundene Problem. Ihre Aufgabe ist es nicht, die Sollbebauung für die komplette IT-Landschaft aufzustellen – es sei denn, diese besteht lediglich aus fünf Systemen. Dann mag das vielleicht gehen. Ihre Aufgabe ist es ebenfalls nicht, die Lösung komplett zu erarbeiten. Das können die Betroffenen zusammen mit Lösungsarchitekten besser. Sie sollten das große Ganze im Auge behalten, d. h. achten Sie auf Abhängigkeiten zu anderen (nicht direkt betroffenen) Unternehmenseinheiten / Bereichen / Funktionseinheiten / Silos / Königreichen (wie immer Sie sie nennen) und Projekten und vermitteln Sie zwischen all diesen.

Die Informationen können dabei übrigens in beide Richtungen fließen. Vielleicht waren schon einmal andere Einheiten von diesem Problem betroffen und können nun ihr Wissen teilen. Vielleicht wird im Rahmen der Problemlösung aber auch ein für andere Einheiten interessanter Aspekt erarbeitet. TOGAF spricht hier vom sogenannten Enterprise Continuum. Im Grunde verbirgt sich dahinter die Wiederverwendung von Wissen. Sie müssen den organisatorischen Rahmen schaffen. Einerseits für eine schnelle Lösungsfindung und andererseits, für eine möglichst zukunftsfähige, nachhaltige Lösung. Das ist eine komplizierte Gratwanderung. Im Zweifel sollten Sie aber ergebnisorientiert denken. Ich könnte auch sagen: Seien Sie pragmatisch!

Wie sehen Sie das? Ich freue mich auf einen Austausch…

Im nächsten Beitrag dann Regel Nr. 2 – das Gegenteil der Big-Bang-Theory.

Über den Autor

Tim Piontek
Tim Piontek
Tim ist Enterprise-Architekt bei Capgemini. Er analysiert und modernisiert IT-Landschaften mit Hilfe von Enterprise-Architektur-Management. Dabei konzentriert er sich darauf, die oft umfangreichen Frameworks möglichst leichtgewichtig anzuwenden und mit wenig viel zu erreichen. Tim engagiert sich bei Capgemini und bei unseren Kunden außerdem seit mehreren Jahren als Trainer für TOGAF (The Open Group Architecture Framework).

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