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Cloud Design: Wie baue ich mein Hybrid-Modell?

Kategorie: Trends in der Cloud

CIOs grübeln heute nicht mehr vornehmlich über der Kostenfrage der IT, sondern darüber wie sie das Unternehmen agil und flexibel machen, das Time-to-Market und die Bereitstellung von Infrastruktur beschleunigen. Für all diese Wünsche ist die (hybride) Cloud der große Beschwörer, und 2017 ihr großes Jahr. In den zehn Jahren, die sie mittlerweile auf den Top Plätzen der CIO-Agenda weilt, hat sich ihr Design in vielen Farben und Facetten entwickelt. Die hybride Cloud hat sich als das dominierende Modell herausgestellt, schlichtweg weil sie das größte Maß an Agilität, Flexibilität und Innovationskraft verspricht - drei Schlüsselargumente.

Sie ist das Beste aus zwei Wolken, ein Mischmodell aus privater On-Premise- und öffentlicher Cloud. Heute bedeutet das vor allem ein buntes Multi-Provider Cloud-Gemisch, das viel Koordination und strategische Planung erfordert. Was viele CIOs dabei umtreibt sind aber immer noch die Basics: Wie baue ich die hybride Cloud überhaupt auf? Nicht nur technisch gesehen, sondern im Hinblick auf die gesamte Organisation. Das richtige Operations-Modell zu finden für den Betrieb der hybriden Cloud, darin liegt der eigentliche Knackpunkt. Wie bringe ich Fach-, IT- und die Operations-Seite zusammen, um immer kürzere Releasezyklen zu halten? Wie sieht mein DevOps-Ansatz aus? Antworten auf diese Fragen sollten da sein, bevor das Cloud-Modell in Betrieb geht. So viel in der Theorie, die Realität sieht anders aus. Obwohl sich die Cloud längst anfühlt wie ein alter Hut, merke ich in Gesprächen mit Kunden, dass der längst noch nicht so sitzt wie er soll und auch die Großkonzerne bei ihren Entscheidungen mit der Cloud manchmal noch danebengreifen, letztlich zu einem hohen Aufwand und Preis.

“Design is not just what it looks like and what it feels like. Design is how it works” – Steve Jobs

Lesen Sie hier ein paar Tipps von mir, die Ihnen helfen werden, auf der Cloud-Reise die richtigen Wege einzuschlagen:

1. Erstellen Sie eine Cloud-Strategie, machen Sie eine grundlegende Bewertung (Cloud Assessment) des Anwendungsportfolios und identifizieren Sie Prioritäten für die Anwendungsentwicklung in der Cloud!

Fokussieren Sie sich während der Strategie-Phase und beim Cloud Assessment nicht nur auf die beste technische Cloud-Lösung, sondern beschäftigen Sie sich mit der sogenannten Operations Experience. Fragen Sie sich, wie die hybride Cloud-Landschaft am Ende in der täglichen Abwicklung funktionieren soll. Lassen Sie ein bisschen Steve Jobs Denke in ihre Überlegungen einfließen und lösen Sie sich vom bloßen technischen Aussehen zugunsten der Arbeitsweise der künftigen Applikationen.

2. Schaffen Sie Glaubwürdigkeit durch einen klaren Cloud-Fahrplan inklusive einer Wachstumsstrategie!

Es geht schließlich nicht nur darum, existente Apps in die Cloud zu verschieben, sondern diese auch dort weiterzuentwickeln und sie gleich eigens für die Cloud zu bauen –  Stichwort Cloud Native Apps. Sie sind gerade groß im Kommen. 15 Prozent aller Anwendungen sind heute Cloud-native, 2020 werden es bereits mehr als ein Drittel sein. Überlegen Sie sich genau mit welchen Added-Value-Services – IoT, Machine Learning, Cognitive Computing, etc. – sie künftig ihr Geschäft vergolden wollen. Die sind nicht alle als On-Premise-Version verfügbar und brauchen ein durchdachtes Setup, um hinterher in Ihrem Modell zu harmonieren.

3. Fangen Sie klein an und vergrößern Sie sich sukzessive auf ein vollständiges Expertenteam!

Das Thema Cloud setzt viele unter Zugzwang, schnell zu handeln. Schnell handeln bedeutet aber nicht, gleich eine fünfzig köpfige Mannschaft abzukommandieren. Fragen Sie sich erst welche Kompetenzen Sie genau benötigen. Diese Überlegung sollte Teil ihres anfänglichen Überblicks sein. Welchen Added Value erhoffe ich mir durch die Dienste in der Cloud und danach wähle ich das Kompetenzteam. Starten Sie mit kleinen iterativen Teams, die das gesamte Tech-Spektrum abdecken.

Meiner Erfahrung nach bleiben etwa 20 bis 30 Prozent im On-Premise-Betrieb. Schlichtweg weil es sich um hochsensible Daten z. B. des Public- oder Finanzsektors handelt, und weil schnelle Antwortzeiten keine ungeplanten Latenzzeiten im Rahmen der Interoperabilität verschiedener Systeme erlauben.

4. Passen Sie das IT-Betriebsmodell an, um Geschäftsagilität und –stabilität zu gewährleisten!

Schauen Sie auf Ihr derzeitiges Betriebsmodell. Betreiben Sie inhouse oder extern? Sollen zukünftig die gleichen Anforderungen an ein hybrid aufgesetztes Cloud-Modell gelten und können z. B. SLAs übernommen werden? Gerade jetzt, im Rahmen der Einführung der EU-Datenschutz-Grundverordnung, die im Mai 2018 in Kraft treten wird, sollten Sie  Fragen für die Datenverarbeitung, Haftung und Zusammenarbeit mit Cloud-Anbietern und Systemintegratoren klären. Auch im Hinblick auf den SPOC (Single Point Of Contact) ist festzulegen, wer für den Betrieb in der Cloud verantwortlich ist. Erfahrungsgemäß schließen die Kunden einen Rahmenvertrag mit einem der Cloud-Anbieter und mit einem IT-Systemintegrator und haben damit zwei ‚Zulieferer‘ zu managen. Warum nicht gleich auf einen Provider setzten und auch dort Cloud-Services durch ein ‚Reselling‘ einkaufen? Das erleichtert das Handling, setzt klare Verantwortungen und hilft damit der Stabilität.

5. Verproben Sie rechtzeitig in mehreren Iterationen die Lösungen verschiedener Cloud-Partner! Die Unterschiede zeigen sich oft erst im Detail!

Welchen Cloud-Partner wähle ich? Mit welchem Partner kann ich hinterher welchen Managed Service fahren und welcher Partner ermöglicht mir auch weltweit Rechenzentren zu betreiben? Nicht jeder Anbieter ist da gleich aufgestellt. Zum Beispiel haben wir bei einem Kunden beobachtet, dass die Wahl erst auf den einen Provider fällt und dann ein umfangreiches Migrationsprojekt anläuft. Letztlich konnte der Kunde dann aufgrund der Charakteristik und Kapazität der Rechenzentren des Anbieters keinen Rollout in Regionen wie Russland oder China durchführen. So kam nur noch ein Anbieterwechsel in Frage – mitten in der Projektphase, was natürlich einen erheblichen Aufwand darstellt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Installation eines hybriden Cloud-Modells gemacht?

 

Über den Autor

Marius Vöhringer
Marius Vöhringer
Lieber Marius, sehr guter Artikel, mir wird die Cloud nicht wolkiger, sondern immer klarer. Danke! Gruß, Bernd

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