IT-Trends-Blog

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Der neue IT-Gral: Microservice Architecture applied

Kategorie: Trend-Wende
Noch im März vergangenen Jahres konnte ein Artikel zu Microservice Architektur von Martin Fowler für großes Aufsehen in der IT-Welt sorgen. Heute, kaum mehr als ein Jahr später, sind diese Microservices längst in der Praxis angekommen, nicht nur bei Amazon und Netflix. Wie die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zu Trends in der Cloud Infrastruktur zeigen, haben diese in der IT bereits Relevanz: Für 19 Prozent der Befragten waren Microservices ein wesentlicher Trend, der bis 2017 einen hohen Einfluss auf die IT Infrastruktur der jeweiligen Organisation besitzt. Können Microservices in ihrer Organisation eine ähnliche Rolle spielen?
 
Was waren noch mal Microservices? Das sind kleine, fachlich motivierte Services, die aus maximal einigen hundert Zeilen Code je Service bestehen und die unabhängig voneinander entwickelt, geliefert und betrieben werden können. Microservices bieten passgenaue Lösungen und führen in der Regel nicht alle Schichten einer ausgewachsenen Enterprise Anwendung mich sich. Positiver Effekt von Größe und Unabhängigkeit sind die Wartbarkeit durch kleine unabhängige Teams und eine leichte Austauschbarkeit eines Services. Microservices können künftig einen wesentlichen Beitrag liefern, komplexe IT-Landschaften beherrschbarer zu gestalten und diese Chance sollte auch in ihrer Organisation ergriffen werden.

 
 
Quelle: Saugatuck Technology, Cloud Infrastructure Survey, April 2015, n=327 (global)
 
Wie kommt diese hohe Aufmerksamkeit zu Stande? Erfolgsgeschichten von Amazon, Netflix, Paypal oder Ebay haben neugierig und hungrig gemacht. Inzwischen gibt es auch Erfolgsgeschichten anderer Player und auch in Deutschland wurden erste praktische Erfahrungen mit Microservice Architektur gemacht. Diese zeigen, dass Microservices ein Ansatz ist, der bei der Lösung typischer Probleme wie Komplexität, Abhängigkeiten und Wartbarkeit von Softwaresystemen helfen kann. Gehört ihre Organisation bereits zu diesen Playern?
 
Werfen wir einen Blick über den Unternehmens—Tellerrand: Welche Erfahrungen machen Kunden mit der Entwicklung und dem Einsatz von Microservices? Nun, zum einen erfordern Microservices ein Umdenken im Design. Plötzlich sind nichtfunktionale Aspekte wie Ausfallsicherheit, Verfügbarkeit, Wiederaufsetzbarkeit für winzig kleine Komponenten relevant. Microservices werden in der Regel als REST-Services entwickelt, die über HTTP kommunizieren – die Latenz von Abfragen über das Web wird also noch wichtiger. Zum anderen ist der Einsatz von Application Servern oder Enterprise Service Bus für Microservices verpönt. Ein wenige hundert Zeilen großer Service benötigt nicht die Komplexität eines Application Servers, um ablaufen zu können. Querschnittsaspekte wie Logging, Transaktionsbehandlung, Monitoring oder Security werden nicht im Microservice selbst, sondern mit Hilfe sogenannter Sidecar Services implementiert. Diese werden ebenfalls als RESTful-Services angeboten und von anderen Microservices verwendet.
 
Zudem unterstützen Microservices eine Asynchronität, um blockierende Ressourcen zu vermeiden. Message Queues und Listener sind hier die Mittel der Wahl. Hat ihre IT Erfahrung mit diesem Thema? Architekten und Entwickler tun sich schwer, wenn sie noch keine Erfahrung mit asynchroner Kommunikation gemacht haben.
 
In meinen Augen entwickeln sich Microservices gerade zum neuen Gral der IT. Wer sich heute mit Microservice Architektur auseinander setzt, leistet echte Pionierarbeit und kann die Entwicklung dieser Idee mitgestalten. Ihre IT-Organisation sollte dazu gehören. Die hier beschriebenen Erfahrungen und einige weitere Aspekte sind Gegenstand meines Vortrags auf der diesjährigen SEACON, die vom 7. bis 8.Mai in Hamburg stattfindet. Sie sind an Microservice Architekturen interessiert? Sprechen Sie mit uns – entweder „real“ während der SEACON, oder kontaktieren Sie mich hier.

Über den Autor

Ramon Anger
Ramon Anger
Ramon Anger bewegt sich zwischen mehreren Stühlen: Sitzt er auf dem linken Stuhl, arbeitet er als technischer Architekt an Entwicklungsprojekten mit. Sitzt er rechts, schreibt er Artikel für Fachzeitschriften oder seinen Blog. Der Stuhl vor ihm steht für Konferenztourismus. Auf dem Platz in der Mitte treibt er für Capgemini die Themen Agilität und Lean voran. Still sitzt er selten, denn dafür gibt es zu viele spannende Themen und neue Ideen zu entdecken.

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