IT-Trends-Blog

IT-Trends-Blog

Opinions expressed on this blog reflect the writer’s views and not the position of the Capgemini Group

Datenfabrik Auto: Mit SAP HANA auf die Überholspur

Vor einigen Wochen habe ich die Einsatzmöglichkeiten von SAP HANA in und jenseits der SAP-Welt beschrieben. Die Plattform hat immer dann ihren großen Auftritt, wenn besonders riesige Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen in Echtzeit verarbeitet werden müssen. Eine Branche, für die sich der Einsatz von SAP HANA meiner Meinung nach besonders gut eignet, ist die Automobilindustrie. Denn durch vernetzte Fahrzeuge und Mobility-Apps entstehen unglaublich viele Daten, die zum Katalysator für unternehmerischen Erfolg für eine ganze Reihe an neuen Geschäftsmodellen, Produkten und Dienstleistungen werden. Besonders spannend finde ich die Hebelwirkung, die SAP HANA auf eben jener momentan so umkämpften Automotive-Bühne in Sachen Kundentreue und Markenbindung erzielen kann.

Die Infrastruktur muss passen

Momentan lässt sich sehr schön beobachten, wie fahrzeugbasierte Dienste wie Wartung und Aftersales, allgemein verfügbare Dienste wie Wetter und Musik-Streaming, gemeinsam mit mobilitätsspezifischen Services in einem umfassenden Ökosystem ineinander greifen. Nur wer es schafft, in diesem Ökosystem das Kundenerlebnis den digitalen Anforderungen unserer Zeit anzupassen, hält einen der Schlüssel zum dauerhaften Erfolg in den Händen. Allerdings ist das Datenaufkommen riesig. Um es bewältigen zu können, muss die technische Infrastruktur und insbesondere die Datenhaltung und -verwertung stimmen. Viele OEMs nutzen dazu allerdings noch relationale Datenbanken, deren Grundkonzept über 30 Jahre alt ist. Das hindert sie jedoch daran, vom rasanten Wachstum der Daten, ihrer Verknüpfung und Nutzung in Echtzeit zu profitieren. In der Folge verlieren sie den umfassenden Überblick über Nutzungsverhalten nach dem Fahrzeugkauf und können moderne Mobilitäts- und Servicebedürfnisse der Kunden wenig bis gar nicht maßgeschneidert bedienen.

Mehr Leistung mit weniger Aufwand

Hier kommt SAP HANA ins Spiel: Dort sind alle Informationen im Hauptspeicher gehalten, wodurch die Antwortzeiten auch ohne Optimierungsmaßnahmen erheblich verkürzt werden, in der Regel um einen Faktor zwischen 100 und 1.000. Dadurch können mehr Daten in höherer Granularität erfasst werden, was nicht nur die Transparenz in der Logistik- und Zulieferkette erhöhen kann, sondern auch Aftersales-Services effizienter gestalten lässt. Hat beispielsweise die gesamte Zulieferkette vollen Einblick in Warenströme, dann können OEMs auch bei drohenden externen Störungen, wie einem Erdbeben in Japan oder Niedrigwasser im St. Lorenz-Strom so frühzeitig reagieren, dass keine Produktionsausfälle auftreten. Darüber hinaus ermöglichen in HANA eingebaute hochleistungsfähige Softwaremechanismen eine Datenkomprimierung von bis zu 90 Prozent. Das führt zu einer erheblichen Verminderung des Hardwarebedarfs und der Netzwerklast – oder umgekehrt, zu nahezu 100mal mehr Datenkapazität bei unverändertem Hardwareeinsatz. Bereits vorhandene Individualanwendungen können durch das innovative Konzept der Datenbank außerdem in den meisten Fällen mit nur sehr geringem Anpassungsaufwand auf der HANA betrieben werden. Das garantiert Unternehmen einen umfassenden Investitionsschutz in die heute bestehende Anwendungslogik. Deutlich mehr Leistung mit weniger Hardwareeinsatz: Im Endausbau lassen sich dadurch Datensilos abbauen und duplizierte und zumeist inkonsistente Datenbestände auf einer einzigen HANA-Datenbank redundanzfrei zusammenfassen.

Individuelle Bedürfnisse im richtigen Moment bedienen

Die neuen Möglichkeiten, die sich durch eine zentrale Datenhaltung mit HANA für das Geschäft der OEMs und ihrer Zulieferer ergeben, sind nahezu unbegrenzt: Jeder Unternehmensbereich verfügt jederzeit über aktuelle Kunden- bzw. Produktdaten und kann darauf maßgeschneiderte Angebote für Autofahrer erstellen. Reparaturen werden um ein Vielfaches effizienter und für den Kunden bedeutend zeitsparender vorgenommen. Neue On-Demand-Dienstleistungen richten sich nach dem momentanen Mobilitätsbedürfnis des Kunden und bieten individuelle Dienstleistungen im jeweils richtigen Moment an. Außerdem können Automobilfirmen dank Social-Media-Analysen neue Kundenanforderungen bei der Produktentwicklung umfassender berücksichtigen – dank modernster datenbasierter Produktionsplanungs- und Simulationsverfahren sogar bis kurz vor Serienanlauf und auch danach noch. Das ermöglicht mehr Flexibilität in der Fahrzeuggestaltung für individuelle Kundenbedürfnisse bei gleichbleibender Produktivität. All das führt letztlich zu einer intensiven Betreuung und einem umfassenden Mobilitätsportfolio, das Kunden stärker an die Marke bindet und ihn zu einem begeisterten Markenbotschafter macht.

In welchen Bereichen haben Sie HANA erfolgreich einsetzen können?

Über den Autor

Detlev Sandel

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * gekennzeichnet.