FAQs zum Vorstellungsgespräch

Frequently Asked Questions

Die häufigsten Fragen unserer Bewerber haben wir zwei Capgemini-Mitarbeitern gestellt, die es wissen müssen: Christina Gräßel, Leiterin HR Marketing  & Recruiting, und Daniel Valles-Valls, Senior-Software-Ingenieur und selbst bei Vorstellungsgesprächen auf Arbeitgeberseite dabei.

Wie kann man sich ein Bewerbungsgespräch bei Capgemini vorstellen? Wer führt das Gespräch? Daniel:
Im Vorstellungsgespräch sind bei uns generell immer der Bewerber und zwei weitere Personen dabei. Meistens der zukünftige Chef und noch jemand, der im gleichen Bereich arbeitet und der Arbeitskollege des Bewerbers sein würde.  Zuerst stellen wir uns, dann Capgemini vor. Dann bekommt der Bewerber seine "offene Bühne". Er kann von sich erzählen, was er möchte, was ihm wichtig erscheint. Wir haken dann da ein, wo es für uns interessant ist. Wichtig ist uns, dass der Bewerber sich wohl fühlt und das Gespräch entspannt abläuft.
Wie bereitet man sich am besten auf ein Vorstellungsgespräch bei Capgemini vor? Christina:
Man kann sich nicht auf gezielte Fragen vorbereiten, weil es diese Standardfragen nicht gibt. Es wird in dem Gespräch immer über den Kandidaten gesprochen: Was hat er schon gemacht, was kann er gut, was möchte er machen, wie stellt er sich seine Zukunft vor? Das sind die großen Themen. Man kann jetzt aber nicht sagen, da kommt genau diese oder jene Frage. Es ist wichtig, dass man sich selbst im Vorfeld überlegt, was man gerne machen möchte. Was bringe ich da schon mit an persönlichen und fachlichen Kompetenzen. Man soll sich auch ganz ehrlich überlegen, was hindert mich, oder was muss ich noch lernen, um in eine bestimmte Richtung zu gehen. Die klassische Stärken- und Schwächen-Frage gibt es in der Regel nicht. Aber ich finde es einfach wichtig, dass du als Bewerber sehr reflektiert in ein Gespräch gehst. Dass du dir für dich überlegst, wo stehe ich. Weil so kannst du deine Stärken gut platzieren und kannst aber auch einmal ehrlich zugeben, wenn du noch etwas lernen musst. Das finde ich persönlich eher positiv, als wenn mir jemand erzählt „ Ja ich kann ja eh alles“. 
Gibt es einen Dresscode für Vorstellungsgespräche?  Daniel:
Ja, Anzug und Krawatte. Oder für Frauen: Hosenanzug / Kostüm.
Was wird technisch abgefragt?  Daniel:
Bei Absolventen geht es technisch meist um das, was in der Abschlussarbeit gemacht wurde. Wichtig ist, dass wir keine Prüfungssituation schaffen wollen. Wir versuchen nicht die Schwächen des Bewerbers herauszufinden, sondern seine Stärken. Diese Stärken versuchen wir dann mit seinen Interessen abzudecken, damit wir uns ein Bild machen können, wie sich der Bewerber bei uns weiterentwickeln könnte.  
Wird im Gespräch auch ins Englische gewechselt? Daniel:
Hängt vom Bereich ab. Wenn man in einem Bereich ist, der z. B. viel mit Indien zusammenarbeitet, dann wird schon mal auf Englisch gewechselt, aber da geht es dann eher um Hobbies oder ähnliches.
Christina:
Meistens will man den Kandidaten auch einfach mal zwei Minuten reden hören. Da geht es eher darum, ob man es sich traut, Englisch zu sprechen. 
Gibt es Fallbeispiele / Cases, die der Bewerber bearbeiten muss? Daniel:
Meist nicht. Wir stellen schon mal technische Fragen an Beispielen, die der Bewerber gebracht hat oder über etwas, das derjenige schon gemacht hat. 
Tipp: Das wichtigste Do und Don`t beim Bewerbungsgespräch Christina:
Vor einiger Zeit saß ich mit einem Bewerber für eine Berater-Position zusammen. Jede Frage, die ich ihm stellte, hat er extrem knapp beantwortet – meist nur mit einem Wort oder einem kurzen Satz. Dies machte es mir einerseits sehr schwer, ein flüssiges Gespräch in Gang zu bringen, andererseits hatte ich aber auch keine Chance, den Bewerber wirklich kennen zu lernen. Ein Interviewer hat meist nur ein bis zwei Stunden Zeit, sich einen Eindruck von einer Person zu verschaffen, um dann zu entscheiden, ob er den Bewerber für die zu besetzende Position für geeignet hält und ob er ihn in sein Team aufnehmen möchte.  Um eine gute Entscheidung treffen zu können, möchte er daher so viel es geht über den Bewerber erfahren. Mein Eindruck ist, dass viele Bewerber unterschätzen, dass ein Vorstellungsgespräch nicht nur eine herausfordernde Situation für den Bewerber ist, sondern auch für den Interviewer,  der keine Fehlentscheidung treffen möchte.

Daher mein Tipp: Helft dem Interviewer, Euch kennen zu lernen, und beantwortet die gestellten Fragen ausführlich. Erzählt gerne im Detail über Eure Kenntnisse und Erfahrungen. Dabei solltet Ihr natürlich nicht vom Thema abdriften und auch dem Interviewer die Chance geben, zu Wort zu kommen – denn auch er möchte ja sich bei Euch bewerben. Aus meiner langjährigen Erfahrung als Interviewer kann ich sagen, dass sich Interviewer in der Regel eher für einen Kandidaten entscheiden, bei dem sie das Gefühl haben, einen umfassenden Eindruck gewonnen zu haben, auch wenn dabei vielleicht die eine oder andere kleine Schwäche zum Vorschein gekommen ist, als für einen Kandidaten, der nur wenig von sich preis gegeben hat.