Autohandel nutzt Chancen digitaler Technologien kaum

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Studie „Neue Technologien im Autohaus“ zeigt Handlungsbedarf auf
Berlin, 02. Juni 2014 – Automobilhändler sind bei der Adaption technologischer Innovationen zögerlich und riskieren somit, im Markt zurückzufallen. Im Gegensatz dazu sind die Hersteller aktiver und treiben die Veränderung stärker voran. Allerdings können sie die Händler dabei besser einbinden. Das sind zwei Ergebnisse der Studie „Neue Technologien im Autohaus“, für die Capgemini im November und Dezember 2013 64 Führungskräfte von Herstellern aller Marken sowie von Autohäusern befragte. Die Untersuchung beinhaltete Fragen zu den Themen mobile Lösungen, Connected Car, Mobilitätsdienstleistungen, sowie Cloud-Dienste.
 

Bedeutung mobiler Lösungen bekannt, Händler setzen auf persönlichen Kontakt

Bei mobilen Lösungen sind sich Hersteller und Händler einig: Eine große Mehrheit (94 Prozent der Hersteller und 85 Prozent der Händler) schätzt die Bedeutung mobiler Geräte und Apps als sehr wichtig oder wichtig ein. Doch während auf Herstellerseite 80 Prozent der Webseiten auch für mobile Geräte optimiert sind, setzen Händler weiter auf den persönlichen Kontakt vor Ort und nur ein Drittel verfügt über eine mobile-optimierte Webseite. Noch deutlicher wird die Diskrepanz bei den Investitionen. Während 56 Prozent der Hersteller heute schon in die IT in diesem Bereich investieren, sind es lediglich elf Prozent der Händler. Sie planen eher in ein bis zwei Jahren Investitionen ein. Dr. Roland Mirwald, Leiter von Business Technology Auto bei Capgemini in Deutschland, dazu: „Die Untersuchung zeigt, dass die Hersteller insgesamt weiter sind, wenn es darum geht, neue Technologien zu nutzen, um die Kundenkommunikation zu verbessern und ihr Geschäft auf eine breitere Basis zu stellen.“
 

Connected Car: Potenzial wird erkannt, aber nur Hersteller mit Initiative

Beim Thema Connected Car sind sich sowohl Hersteller als auch Händler der Bedeutung bewusst, gewichten jedoch deutlich anders: Während die Hälfte der Hersteller (51 Prozent) die Geschäftsmöglichkeiten durch Telematikdienste als hoch bewertet, sind es auf Seiten der Händler lediglich 15 Prozent. Die Dienste bieten Herstellern mehr Informationen über die Fahrer, wovon sie sich eine gezieltere Ansprache versprechen. Die Händler fühlen sich zudem alleine gelassen: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) geben an, dass keine Abstimmung mit ihnen stattfindet – eine Ansicht, die auf Seiten der Hersteller nur acht Prozent teilen. „Die Autohändler müssen ihre Komfortzone verlassen. Bisher konnten sie in vielen Bereichen darauf bauen, dass die Hersteller den Weg bereiten und sie später abgestimmte Konzepte adaptieren können – gerade im Telematik-Bereich entgehen der Branche damit große Chancen,“ so Mirwald.
 

Mobilitätskonzepte: Hersteller zielen auf neue Umsatzquellen ohne die Händler

Neue Mobilitätskonzepte wie Car Sharing sind für die Hersteller von hoher Bedeutung: 71 Prozent sehen sie heute als wichtiges Thema und 44 Prozent investieren in diesem Zusammenhang in ihre IT. Dabei bindet lediglich ein Viertel (24 Prozent) die Händler in die Entwicklung ein. Die Händler selbst warten ab: Nur 37 Prozent beschäftigen sich heute damit und lediglich vier Prozent investieren dafür in die IT. Roland Mirwald führt aus: „Gerade große Händlergruppen, die an mehreren Standorten präsent sind, können im Bereich neuer Mobilitätskonzepte auf ihre Erfahrung bauen. Denkbar sind etwa Kooperationen kommunalen oder städtischen Mobilitätsinitiativen.“
 

Noch kein Durchbruch für Cloud-Lösungen

Weniger Fixkosten, höhere Flexibilität und Ausfallsicherheit: Bei beiden Studiengruppen verspricht sich rund ein Drittel (35 und 28 Prozent) einen signifikanten Mehrwert von der Nutzung von Cloud-Lösungen. Doch beide Seiten haben bisher kaum praktische Erfahrung gesammelt, da es an branchenspezifischen Lösungen mangelt: Nur maximal 18 Prozent der Hersteller nutzen die Cloud für die Bereitstellung von Software für den Neu- und Gebrauchtwagenverkauf, das Marketing oder CRM. Bei den Händlern sind es sogar jeweils nur vier Prozent.
 
Die vollständige Studie kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
 

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