Deutsche Internet-Start-ups profitieren von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund

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Mitarbeiter unterschiedlicher Herkunft machen Start-ups kreativer und innovativer – bürokratische Hürden schrecken allerdings bei Rekrutierung ab

Berlin, 30. Januar 2012 – Mit dem Fachkräftemangel müssen sich heute viele Unternehmen auseinandersetzen – deutsche Start-ups aus der Internetwirtschaft gehen dieses Problem aktiv an. Bei fast der Hälfte dieser Unternehmen haben mindestens 20 Prozent der Mitarbeiter einen Migrationshintergrund. Die Unternehmen profitieren von fachlichen Qualifikationen, die in Deutschland nicht oder zu wenig vorhanden sind sowie von mehr Kreativität. Allerdings schreckt nahezu ein Drittel der befragten Start-ups vor dem bürokratischen Aufwand zurück, der die Beschäftigung von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund bedeutet. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Deutschlandstiftung Integration, die vom Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Capgemini in Zusammenarbeit mit der SRH Hochschule Berlin durchgeführt wurde. An der Befragung nahmen über 110 Managementvertreter von deutschen Start-ups teil.

„Überraschend an den Studienergebnissen ist, dass deutsche Start-ups Mitarbeiter unterschiedlicher Herkunft einstellen, um Kreativität und Unternehmenskultur zu fördern – nicht etwa aus Kostengründen oder wegen ihrer Kenntnisse ausländischer Märkte“, sagt Ferry Pausch, Geschäftsführer der Deutschlandstiftung Integration.


Kultureller Mix macht innovativer

Start-ups leben von innovativen Lösungen und guten Ideen - diese versprechen sie sich unter anderem durch einen kulturellen Mix ihrer Mitarbeiter. Etwa 35 Prozent der befragten Unternehmen stellen daher neue Mitarbeiter mit Migrationshintergrund ein und setzen darauf, dass multikulturelle Teams kreativer sind.

„Die Studienergebnisse bestätigen unsere Philosophie, in der wir Projektteams möglichst divers zusammenstellen. Mitarbeiter mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen können dazu beitragen, Aufgabenstellungen aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und dadurch ganz neue Ideen beisteuern“, sagt der verantwortliche Studienleiter Stefan Huch von Capgemini.


Aus Sicht der Start-ups wird die Integration der Mitarbeiter erleichtert durch eine offene und kommunikative Unternehmenskultur sowie flache Hierarchen. Als wichtig beurteilen die Befragten das Beherrschen der deutschen Sprache – trotz internationaler Geschäftsmodelle und kultureller Diversifikation innerhalb der Gründungsunternehmen.

„Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Sie ist Ausdruck unserer Lebenswelt und ermöglicht die Teilhabe an Gedanken, Emotionen und dem Alltäglichen“, sagt auch Prof. Dr. Anabel Ternès von der SRH Hochschule Berlin, deren Studierende an der Studie mitarbeiteten.


Barrieren bei Neueinstellungen

Fast 32 Prozent der befragten Start-ups schrecken vor dem bürokratischen Aufwand zurück, der die Beschäftigung von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, beispielsweise aus Nicht-EU Ländern, bedeutet. Sprachbarrieren sind für etwas mehr als 28 Prozent der befragten Start-ups ein Hindernis bei Neueinstellungen. Optimierungsbedarf sehen die Unternehmen insbesondere bei den deutschen Behörden. Hier wünschen sie sich künftig vor allem bessere Fremdsprachenkenntnisse und schlankere Antragsprozesse.

“Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es einen großen bürokratischen Aufwand macht, Mitarbeiter aus dem Ausland zu rekrutieren. Vor allem Start-ups mit wenig Ressourcen können diese Probleme schwer lösen“, sagt Roman Rochel, Mitgründer des Berliner Start-ups 9flats.com.


Die Studienergebnisse finden Sie als Download auf der Seite der Deutschlandstiftung Integration: http://www.deutschlandstiftung.net/


Über die Studie Die Studie wurde mit einer Onlinebefragung zwischen November und Dezember 2012 unter Start-ups mit digitalem Geschäftsmodell und Hauptsitz in Deutschland durchgeführt. Insgesamt haben sich 114 Personen, mehrheitlich mit Leitungsfunktion, an der Studie beteiligt.


Über die Deutschlandstiftung Integration

Gleiche Chancen beim Zugang zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe sind Grundlage für erfolgreiche Integration. Mit unseren Aktivitäten wollen wir über Integration informieren, Vorurteile abbauen, aufklären und die Akteure vernetzen. Wir unterstützen Maßnahmen zur gezielten Sprachförderung, initiieren und vernetzen Mentorenprogramme und führen Informationskampagnen durch.

Erfahren Sie mehr unter http://www.deutschlandstiftung.net


Über Capgemini

Mit über 120.000 Mitarbeitern in 40 Ländern ist Capgemini einer der weltweit führenden Anbieter von Management- und IT-Beratung, Technologie-Services sowie Outsourcing-Dienstleistungen. Im Jahr 2011 betrug der Umsatz der Capgemini-Gruppe 9,7 Milliarden Euro. Gemeinsam mit seinen Kunden erstellt Capgemini Geschäfts- wie auch Technologielösungen, die passgenau auf die individuellen Anforderungen zugeschnitten sind. Auf der Grundlage seines weltweiten Liefermodells Rightshore® zeichnet sich Capgemini als multinationale Organisation durch seine besondere Art der Zusammenarbeit aus – die Collaborative Business ExperienceTM.



Über die SRH Hochschule Berlin:

Mitten im dynamischen Umfeld der Hauptstadt bietet die SRH Hochschule Berlin deutsch- und englischsprachige Bachelor- und Masterprogramme an. Mit 40 % ausländischen Studierenden ist sie die internationalste Hochschule Deutschlands. Lehrende und Studierende kommen aus mehr als 60 Nationen. Neben fachlichen Inhalten steht die Vermittlung interkultureller Kompetenzen im Vordergrund, Aktuell sind 600 Studierende in 13 international ausgerichteten Studiengängen immatrikuliert.

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