EEMO: Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

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Die 14. Ausgabe des European Energy Markets Observatory (EEMO) untersucht jährlich den Elektrizitäts- und Gasmarkt in den 27 EU-Ländern sowie der Schweiz und Norwegen und wird von Capgemini in Zusammenarbeit mit dem CMS Bureau Francis Lefebvre, Exane BNP Paribas und dem Think Tank VaasaETT erstellt.
Die 14. Ausgabe des European Energy Markets Observatory (EEMO) untersucht jährlich den Elektrizitäts- und Gasmarkt in den 27 EU-Ländern sowie der Schweiz und Norwegen und wird von Capgemini in Zusammenarbeit mit dem CMS Bureau Francis Lefebvre, Exane BNP Paribas und dem Think Tank VaasaETT erstellt.
Zukünftiger Strom- und Gas-Verbrauch schwer vorhersehbar: Im Vergleich zur Wirtschaftskrise 2008/9 ist der Gas- und Stromverbrauch 2011 und im ersten Halbjahr 2012 nur leicht zurückgegangen. Es wird erwartet, dass sich die anhaltende Wirtschaftssituation weiterhin negativ auf den Verbrauch auswirkt.
Politische Ereignisse beeinflussen Energiemarkt: Politische Spannungen in den Lieferländern beeinflussen die globale Öl-Versorgung signifikant, die Öl-Preise bleiben trotz des wirtschaftlichen Abschwungs hoch.
Die Energiewende in Europa: Infolge des Fukushima-Vorfalls geht der europäische Trend in Richtung Gas, Kohle und erneuerbaren Energien, wobei in Deutschland aufgrund  des hohen Anteils der subventionierten Erneuerbaren Energien Investitionen in Gas und Kohle kaum noch wirtschaftlich sind. 2025 wird der Anteil des nuklear erzeugten Stroms von 14 auf 11 Prozent sinken, der Gasanteil bleibt stabil (20 Prozent) und der Anteil der erneuerbarer Energien steigt von 18 auf 36 Prozent. Langfristig wird ein steigender Gasanteil erwartet.
Nicht alle EU-Klimaziele werden erreicht: Die Treibhausgasemissionen sind nach einem leichten Anstieg im ersten Halbjahr 2011 im Gesamtjahr im Vergleich zu 2010 um 2,5 Prozent gefallen. Grund dafür ist der niedrigere Energiebedarf, der auf das milde Wetter sowie die schlechte wirtschaftliche Lage zurückgeführt wird. Die EU-Ziele für 2020 im Bereich des CO2 Ausstoßes dürften daher erreicht werden. Dagegen wird es großer Anstrengungen bedürfen, um die Ziele hinsichtlich des geplanten Anteils von 20 Prozent erneuerbarer Energiequellen bis zum Jahr 2020 sowie die Vorgaben für die Energie-Effizienz zu erreichen.
Photovoltaik-Industrie unter chinesischem Konkurrenzdruck: Photovoltaik-Anlagen sind im Trend (Anstieg um 73 Prozent im Jahr 2011), jedoch leiden Solarzellen-Hersteller unter der harten Konkurrenz Chinas. Es wird geschätzt, dass bald mindestens die Hälfte der Hersteller insolvent geht oder übernommen wird.
Digitalisierung im Smart Grid erfordert gemeinsame Standards: Das Energienetz der Zukunft muss neben der Fluktuationen im Bezug auf die aufkommenden Strommengen und deren Verteilung auch das damit einhergehende steigende Datenvolumen bewältigen können. Dies bedingt gemeinsame Standards.
Versorger sehen sich schweren Zeiten gegenüber: Energieversorger sind aufgrund der wirtschaftlichen Lage, des sinkenden Verbrauchs und neuer Steuern und EU-Regulationen in einer schwierigen Lage. Daher zögern sie derzeit mit den notwendigen Ausgaben in die Infrastruktur. Regulatoren und Regierungen sollten die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern.
Gaspreis in den USA niedrig, in Europa hoch: In den USA findet kostengünstig gewonnenes Schiefergas Verwendung, was die Gaspreise dort auf ein niedriges Niveau drückt. Dagegen sind die Preise in Europa 300 Prozent höher als in den USA. Dies resultiert aus langfristigen Gaslieferverträgen mit Ölpreisindexierung.
Kohle-Preisentwicklungen nach Region: Die Preise für Kohle sind seit September 2011 in Europa gesunken, in den USA seit April 2011. Aufgrund der niedrigen Gaspreise in den USA, stiegen Energieerzeuger dort von Kohle- auf Gaskraftwerke um. Konsequenz: Überschüssige Kohle wurde nach Europa geschifft, woraufhin es auch dort zu einem Einbruch der Kohlepreise führte. Der günstige Kohlepreis, kombiniert mit den niedrigen CO2-Emissionspreisen, lässt Kohlekraftwerke in Europa wettbewerbsfähiger sein als Gaskraftwerke.
  • Zukünftiger Strom- und Gas-Verbrauch schwer vorhersehbar: Im Vergleich zur Wirtschaftskrise 2008/9 ist der Gas- und Stromverbrauch 2011 und im ersten Halbjahr 2012 nur leicht zurückgegangen. Es wird erwartet, dass sich die anhaltende Wirtschaftssituation weiterhin negativ auf den Verbrauch auswirkt.
  • Politische Ereignisse beeinflussen Energiemarkt: Politische Spannungen in den Lieferländern beeinflussen die globale Öl-Versorgung signifikant, die Öl-Preise bleiben trotz des wirtschaftlichen Abschwungs hoch.
  • Die Energiewende in Europa: Infolge des Fukushima-Vorfalls geht der europäische Trend in Richtung Gas, Kohle und erneuerbaren Energien, wobei in Deutschland aufgrund  des hohen Anteils der subventionierten Erneuerbaren Energien Investitionen in Gas und Kohle kaum noch wirtschaftlich sind. 2025 wird der Anteil des nuklear erzeugten Stroms von 14 auf 11 Prozent sinken, der Gasanteil bleibt stabil (20 Prozent) und der Anteil der erneuerbarer Energien steigt von 18 auf 36 Prozent. Langfristig wird ein steigender Gasanteil erwartet.
  • Nicht alle EU-Klimaziele werden erreicht: Die Treibhausgasemissionen sind nach einem leichten Anstieg im ersten Halbjahr 2011 im Gesamtjahr im Vergleich zu 2010 um 2,5 Prozent gefallen. Grund dafür ist der niedrigere Energiebedarf, der auf das milde Wetter sowie die schlechte wirtschaftliche Lage zurückgeführt wird. Die EU-Ziele für 2020 im Bereich des CO2 Ausstoßes dürften daher erreicht werden. Dagegen wird es großer Anstrengungen bedürfen, um die Ziele hinsichtlich des geplanten Anteils von 20 Prozent erneuerbarer Energiequellen bis zum Jahr 2020 sowie die Vorgaben für die Energie-Effizienz zu erreichen.
  • Photovoltaik-Industrie unter chinesischem Konkurrenzdruck: Photovoltaik-Anlagen sind im Trend (Anstieg um 73 Prozent im Jahr 2011), jedoch leiden Solarzellen-Hersteller unter der harten Konkurrenz Chinas. Es wird geschätzt, dass bald mindestens die Hälfte der Hersteller insolvent geht oder übernommen wird.
  • Digitalisierung im Smart Grid erfordert gemeinsame Standards: Das Energienetz der Zukunft muss neben der Fluktuationen im Bezug auf die aufkommenden Strommengen und deren Verteilung auch das damit einhergehende steigende Datenvolumen bewältigen können. Dies bedingt gemeinsame Standards.
  • Versorger sehen sich schweren Zeiten gegenüber: Energieversorger sind aufgrund der wirtschaftlichen Lage, des sinkenden Verbrauchs und neuer Steuern und EU-Regulationen in einer schwierigen Lage. Daher zögern sie derzeit mit den notwendigen Ausgaben in die Infrastruktur. Regulatoren und Regierungen sollten die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern.
  • Gaspreis in den USA niedrig, in Europa hoch: In den USA findet kostengünstig gewonnenes Schiefergas Verwendung, was die Gaspreise dort auf ein niedriges Niveau drückt. Dagegen sind die Preise in Europa 300 Prozent höher als in den USA. Dies resultiert aus langfristigen Gaslieferverträgen mit Ölpreisindexierung.
  • Kohle-Preisentwicklungen nach Region: Die Preise für Kohle sind seit September 2011 in Europa gesunken, in den USA seit April 2011. Aufgrund der niedrigen Gaspreise in den USA, stiegen Energieerzeuger dort von Kohle- auf Gaskraftwerke um. Konsequenz: Überschüssige Kohle wurde nach Europa geschifft, woraufhin es auch dort zu einem Einbruch der Kohlepreise führte. Der günstige Kohlepreis, kombiniert mit den niedrigen CO2-Emissionspreisen, lässt Kohlekraftwerke in Europa wettbewerbsfähiger sein als Gaskraftwerke.

Erkenntnisse für den deutschen Markt

  • Maßnahmen:
  • o Totaler Ausstieg aus der Atomkraft bis 2022 (acht Reaktoren wurden unmittelbar nach der Fukushima-Katastrophe stillgelegt, 17 weitere bis zum Jahr 2022)
  • o Bis zum Jahr 2050 sollen Treibhausgase um 80-95 Prozent reduziert werden
  • o 80 Prozent der Stromproduktion soll bis zum Jahr 2050 aus erneuerbaren Energien kommen
  • o Ziel: Anteil von 20 bis 35 Prozent an erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020.
  • o Konsequenz: Erzeugerkapazitäten aufbauen, um Reaktoren zu ersetzen, was aber im konventionellen Bereich derzeit kaum wirtschaftlich möglich ist
  • Netzausbau: Das Stromnetz muss neu gestaltet werden, um zum einen die schwankenden Stromeinspeisungen, bedingt durch die erneuerbaren Energien, handhabbar zu machen und zum anderen, um große Offshore-Windparks mit  Hochspannung-Gleichstrom-Übertragungs-Leitungen (HGÜ) anzuschließen.
  • Energieerzeugung: Die Energieproduktion wird sich immer mehr in Richtung vieler kleiner Energie-Einspeiser (Solarzellen, Windräder) entwickeln, die sich auch in neuen Regionen befinden. Der regionale Verbrauch bleibt dabei konstant.
  • Länderpolitik lähmt Netzausbau: Ein Großteil der Energie wird zukünftig im Norden des Landes durch Windenergie erzeugt werden, wobei der Bedarf an Energie im Süden weiterhin hoch ist. Es besteht der Bedarf an 1.800 Kilometern Hochspannungsleitungen, von denen erst 200 Kilometer gebaut sind. Die Energiepolitik der Länder bremst den Ausbau überirdischer Hochspannungsleitungen.
  • Eine direkte Folge dieser Ausbauverzögerungen konnte man beim Wintereinbruch im Februar 2012 erleben. Die Deutschen Stromnetzstörungen haben sich unmittelbar auf die österreichischen und tschechischen Netze ausgewirkt – die Versorger mussten auf ihre Reserven zurückgreifen.
  • Stromkosten steigen durch Investitionen nach Atomausstieg: Nach Schätzungen der deutschen Staatsbank KfW sind allein in Deutschland Investitionen in Höhe von 350 Milliarden Euro in die Elektrizitätsproduktion notwendig. Die Hälfte davon wird voraussichtlich in den Netzausbau fließen. Diese Investitionen werden sich auch im Strompreis widerspiegeln.


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