EEMO: Versorgungsunternehmen vielfach unter Druck – für Energiewende notwendige Investitionen in Infrastruktur bleiben aus

| Pressemitteilungen
Als Konsequenz aus dem Fukushima-Vorfall, der eingeleiteten Energiewende sowie EU-Regulationen haben Regierungen und Behörden den Druck auf Versorgungsunternehmen erhöht. Gleichzeitig führten die wirtschaftlichen Turbulenzen im Weltmarkt zu Preisvolatilität und einer Stagnation des Energieverbrauchs in Europa. Aufgrund des daraus resultierenden Abwärtstrends bei Umsatz und Aktienkurs zögern Versorger mit notwendigen Investitionen in die Energieinfrastruktur.

Die Energiewende wird teuer

In allen untersuchten Ländern wird die Energiewende mit erheblichen Kosten verbunden sein. Europaweit sind nach einer EU-Schätzung, die bereits vor dem Fukushima-Vorfall getroffen wurde, Infrastruktur-Investitionen in Höhe von mindestens einer Billion Euro bis zum Jahr 2020 notwendig, um veraltete Kraftwerke zu ersetzen und das Netz für die Energiewende zu modernisieren. Hinzu kommen nach Schätzungen der deutschen Staatsbank KfW allein in Deutschland 350 Milliarden Euro, die nach dem Atomausstieg an Investitionen in die Elektrizitätsproduktion und Stromnetze nötig werden. Die Versorgungsunternehmen sind dabei von mehreren Seiten unter Druck. Während ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis im Beobachtungszeitraum abnahm, belasten neue Vorgaben die Versorger: So müssen sie im Rahmen des EU-Kompromisses zur Energie-Effizienz dafür sorgen, dass ihre eigenen Kunden ab dem Jahr 2014 Energie-Einsparungen erzielen oder mit einer Strafe rechnen. Hinzu kommen die allgemein volatile Wirtschaftslage, schwierige Verbrauchsprognosen bei Strom und Gas sowie die unsichere Zukunft der Eurozone, die zusammengenommen dazu führen, das Versorgungsunternehmen derzeit mit den notwendigen Ausgaben in die Infrastruktur zögern.

 

EU-Emissionsziele in Reichweite, andere EU 2020-Ziele in Gefahr

Die für das Jahr 2020 angepeilte Obergrenze für den CO2-Ausstoß wird voraussichtlich erreicht, jedoch liegt hier der Hauptgrund in der abnehmenden Produktion durch die Wirtschaftskrise sowie in der Verlagerung von Industrieanlagen in den asiatischen Raum. Anders als in Deutschland, wird es dagegen für die gesamte EU großer Anstrengungen bedürfen, das Ziel hinsichtlich des geplanten Anteils von 20 Prozent erneuerbarer Energiequellen bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Infolge der Schuldenkrise sind subventionierte Einspeisetarife und finanzielle Anreize, die das Wachstum der erneuerbaren Energien antrieben, spürbar abgesenkt worden.

Mit Blick auf den deutschen Markt erklärt Andreas Weiler: „Deutschland liegt beim Ausbau der erneuerbaren Energien weit vorne, zahlt aber hierfür aufgrund der fehlenden Marktintegration und der damit einhergehen Entwertung des konventionellen Erzeugungsportfolios einen hohen Preis. Die Politik ist hier gefordert, schnellstens Abhilfe zu schaffen, andernfalls wird das gravierende Auswirkungen auf die Energiekosten und die Versorgungssicherheit haben.“