Technologiewandel setzt Automobilhersteller unter Zugzwang

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E-Mobility-Studie 2012: Den Weg zur Elektromobilität gezielt steuern

Die Zukunft der Automobilindustrie liegt in technologischen Innovationen und Services rund um die Elektromobilität. Diese Einschätzung teilt die große Mehrheit der von Capgemini im Rahmen einer Studie Befragten (80 Prozent). Ein in den letzten Jahrzehnten nie dagewesener, tiefgreifender Wandel drängt die Automobilhersteller dazu, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Anderenfalls – so die Studie – liefen sie Gefahr, vom Markt zu verschwinden. Beispiele für dieses mögliche Szenario lassen sich in der Vergangenheit einige finden, so etwa bei der Ablösung der Schreibmaschine durch den Computer oder beim Entwicklungssprung von der Kutsche zum Automobil. Die Untersuchung „Managing the Change to e-Mobility“ wurde Ende 2011 durchgeführt und umfasste sowohl eine Befragung von 66 Experten aus der Automobilindustrie zum Thema Elektromobilität als auch eine Analyse, wie Unternehmen in der Vergangenheit verschiedene Technologiewandel bewältigt haben beziehungsweise ob und warum sie an diesen gescheitert sind.

Aus den Studienergebnissen lassen sich folgende Empfehlungen für einen erfolgreichen Wandel hin zum Zeitalter der Elektromobilität ableiten:

  • Innovationsprozesse fördern und verkrustete Strukturen aufbrechen: Für 79 Prozent der Befragten sind Innovation, Flexibilität und Partnerschaften außerhalb des bestehenden Ökosystems der Automobilindustrie unerlässlich für den künftigen Erfolg. Als Beispiel hierfür kann das Unternehmen Daimler dienen: Vor weit über 100 Jahren gegründet, beschreitet es derzeit mit dem Mobilitätskonzept car2go neue Wege.
  • Klare Herausarbeitung der aktuellen und künftigen Positionierung des eigenen Unternehmens – insbesondere in Abgrenzung zum Wettbewerb: Die Befragten spalten sich hier in zwei Lager auf: Während die eine Hälfte davon ausgeht, dass eine komplett neue Wettbewerbssituation mit neuen Playern entstehen wird, ist die andere Gruppe davon überzeugt, dass die bestehende Marktsituation mit den bereits bekannten Akteuren weiterhin fortbestehen wird.
  • Zusammenschluss mit neuen Partnern: 70 Prozent der Studienteilnehmer schätzen neue Partnerschaften mit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen als wichtig für die Elektromobilität ein. Nach Ansicht von Kai-Olaf Dammenhain, Leiter der E-Mobility-Studie bei Capgemini, belegen diese Studienergebnisse „die Gefahr, dass bisher erfolgreiche Akteure den Technologiewandel verschlafen. Bisher ging jeder Technologiewandel mit einem Netzwerkwandel einher. Heute beobachten viele Unternehmen die Veränderungen nur in ihrem eigenen Umfeld, beispielsweise im Automobilkosmos. Was außerhalb geschieht, haben sie dabei nicht im Blick.“
  • Eindeutige Analyse des Kundennutzens und konsequente Ausrichtung der Produkte und Geschäftsmodelle darauf: Mehr als die Hälfte der Befragten sagt, dass die Kundenbedürfnisse der Motor für den Technologiewandel sind, 52 Prozent gehen davon aus, dass sich die Kunden die Elektromobilität wünschen.

„Nicht das Auto wird im Zentrum der Elektromobilität stehen, sondern der Kunde und sein Bedürfnis nach Mobilität. Es geht in erster Linie nicht mehr um die kleinteilige Optimierung von Fahrzeugen, sondern um einen großen Sprung nach vorne – mit neuen Partnern und einem hohen Maß an Aufgeschlossenheit“, prognostiziert Kai-Olaf Dammenhain. „Passt sich die Automobilindustrie nicht an oder fokussiert sie sich nur auf das Auto, werden heute führende Unternehmen ihre Marktposition verlieren. Denn eines ist gewiss: Die Umstellung auf Elektromobilität wird kommen und damit auch die Entscheidung über die eigene Zukunft.“

 

Englische Zusammenfassung der Studie „Managing the Change to e-Mobility“:
/insights/publikationen/emobility-2012/