World Insurance Report 2012: Transformation der Bestandsführung hat Priorität

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Deutsche Versicherer leiden zusätzlich unter gestiegenen Schadenquoten

Berlin, 1. März 2012 – Nach einem Rückgang der Rentabilität in Folge der globalen Finanzkrise und höheren Schadenszahlungen, richten Versicherer ihre internen Abläufe neu aus. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Kostensenkungen und Effizienzverbesserung durch eine Transformation der Bestandsführung, wie der World Insurance Report 2012 von Capgemini und Efma zeigt. Viele der lokalen deutschen Versicherer haben sogar höhere Betriebskostenquoten als internationale Anbieter und können daher in besonderem Maße von Effizienzsteigerungen profitieren.

„Die Transformation der Bestandsführung ist von fundamentaler Bedeutung für Versicherer, denn Gelegenheiten zur Verbesserung von Marge und Umsatzwachstum sind rar geworden”, erklärt Volker Gerlach, Vice President Financial Services bei Capgemini Consulting, der Strategie- und Transformationsberatungseinheit von Capgemini. „Unter diesen Bedingungen versuchen die Versicherer, mit der Modernisierung von veralteten Policensystemen Abläufe zu rationalisieren und damit die Betriebskosten zu reduzieren, was dringend nötig ist. Die damit erzielten Effizienzgewinne verbessern die Kundenzufriedenheit und führen zu einer besseren Policenbearbeitung.”

Policenverwaltung im Fokus für langfristig mehr Agilität

Der World Insurance Report 2012 zeigt klar drei Ergebnisse für die Versicherungsbranche:

  1. Das Management von Kosten und Effizienz sind entscheidende Ansatzpunkte für die Performance der Versicherer.
  2. Für die Versicherer hat die Bestandsführung die höchste Priorität.
  3. Investitionen in mehrere Teilfunktionen der Bestandsführung sind für die Versicherer wichtig, um ausreichend Agilität für das Geschäft in den kommenden Jahren zu erreichen.

Obwohl die Prämienvolumina in einigen Märkten steigen, sind nur wenige Versicherer in der Position ihre Prämien zu erhöhen: Viele Versicherer stehen vor der schwierigen Aufgabe die Umsätze zu steigern, während die Kunden zunehmend auf den Preis achten und Produkte standardisiert werden.

Deutscher Versicherungsmarkt leidet unter Stürmen und Überflutungen

In Europas größtem Markt für Sachversicherungen stieg die Schadensquote im Jahr 2010 entgegen dem Trend um 3,4 Prozentpunkte auf insgesamt 70,5 Prozent, vor allem aufgrund von Schäden durch Sturm Xynthia und Überflutungen im Spree- und Neißegebiet. Einsparpotenzial ergibt sich dagegen noch im Vertrieb: Das Vermittlernetzwerk ist immer noch der Hauptvertriebskanal, beispielsweise für den deutschen Hauptgeschäftszweig KFZ-Versicherungen. Schadensversicherer könnten ihre Abschlusskostenquote noch deutlich senken durch Entwicklung und Ausbau günstiger Direktvertriebskanäle.

Deutliche Marktvorteile durch Optimierung der Kernsysteme möglich

Betriebliche Kernfunktionen wie die Bestandsführung, sind einer der wenigen verbliebenen Bereiche, in denen eine Transformation sowohl Kosteneinsparungen als auch Vorteile für die Kunden bieten. Vor allem in Europa wird das Thema der Transformation der Bestandsführung als wichtig angesehen, hier sind es nicht weniger als 93 Prozent der Befragten.

Laut Bericht bestätigten 69 Prozent der Befragten, Effizienzsteigerungen seien ein wichtiger Faktor für die Entscheidungen zur Transformation der Bestandsführungssysteme, 66 Prozent sagten, auch die Senkung der Gesamtbetriebskosten (TCO) sei ausschlaggebend. Die Transformation kann die Betriebskosten reduzieren, durch eine Ersparnis pro Police um bis zu 30 Prozent sowie durch eine Senkung der TCO um bis zu 40 Prozent. So schaffen Versicherer die Voraussetzung, um die Kunden- und Vermittlerzufriedenheit sicherzustellen, mit alternden und unflexiblen Systemen umzugehen sowie langwierige Produkteinführungen abzukürzen bis zu 60 Prozent.

Investitionen in Unterfunktionen der Bestandsführung zahlen sich aus

Die Versicherungswirtschaft ist vor allem in Backoffice-Bereichen der zentralen Bestandsführung bei der Erreichung von Agilität am weitesten fortgeschritten. „Business Agilität ist der kritische Punkt für den Fortschritt der Versicherer, die sich verändernden sozialen, rechtlichen und technologischen Trends stellen müssen”, so Patrick Desmarès, Generalsekretär der Efma. Der Bericht zeigt, dass die neuen Schwerpunkte innerhalb der Bestandsführung kurz- bis mittelfristig auf eine höhere Agilität in den Bereichen Underwriting und Risikoanalyse abzielen, um die Wahrscheinlichkeit negativer Risikoselektion zu verringern. Auch zeigt er, dass höhere Agilität bei Zinsen und Angeboten die Fähigkeit der Versicherer verbessern, Online-Tarifänderungen anzubieten, sowohl für ihre traditionellen als auch für die neuen Vertriebskanäle.

Über den World Insurance Report

Der World Insurance Report 2012 zeigt wie Versicherer ihr Geschäft analysieren, um Chancen zur grundlegenden und dauerhaften Verbesserungen ihres Kerngeschäfts identifizieren. Er wertet Forschungsergebnisse aus 19 Märkten aus, darunter Europa, Asien, Australien und die USA. Der World Insurance Report 2012 basiert auf ausführlichen Interviews mit 71 Führungskräften aus dem Bereich Versicherungen.

Weitere Informationen zum World Insurance Report 2012 gibt es unter http://www.capgemini.com/wir12